Sonderforschungsbereich 640
Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel
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Veronica Oelsner

Sonderforschungsbereich 640 (SFB 640) – TP C2
Sitz: Mohrenstr. 40/41 Raum 116
Tel.: +49 30 / 2093-4819
Fax: +49 30 / 2093-4893

Email: veronica.oelsner@rz.hu-berlin.de

Mitarbeiterin im Teilprojekt C2  „Berufliche Deutungsmuster und Ausbildungsstrukturen im Vergleich. Untersuchungen zu Hispanoamerika (Argentinien) und Ostasien (China)“

Lebenslauf

1975
Geb. in Buenos Aires

Ausbildung

Seit 11/2003
Doktorandin am Lehrstuhl Vergleichende Erziehungswissenschaft (Prof. Dr. Jürgen Schriewer), Humboldt-Universität zu Berlin
 
2002
Magister in Erziehungswissenschaften, Universidad de San Andrés, Argentinien
 
2001
Graduiertes Diplom (Especialista) in Erziehungswissenschaften, Universidad de San Andrés, Argentinien
 
2000
 
Lehrerdiplom (Profesorado) in Erziehungswissenschaften, Universidad de Buenos Aires, Argentinien.
 
1999
Diplom (Licenciatura) in Erziehungswissenschaften, Universidad de Buenos Aires, Argentinien
Stipendien

2003-2004
Jahresstipendium des DAAD zur Promotion in Deutschland.
 
2000-2002
Stipendium der „Fundación Luminis“ zum Magisterstudium an der Universidad de San Andrés, Argentinien

Mitarbeit in Forschungsprojekten

Seit 8/2004
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Teilprojekt C2  „Berufliche Deutungsmuster und Ausbildungsstrukturen im Vergleich. Untersuchungen zu Hispanoamerika (Argentinien) und Ostasien (China)“, geleitet von Prof. Dr. Jürgen Schriewer
 
2000-2001
Gelegentliche Mitarbeiterin im Projekt „Schulen der Zukunft“, geleitet von Dr. Silvina Gvirtz, Universidad de San Andrés, Argentinien
 
1998-2000
Mitarbeiterin im Projekt „Die Konstruktion des Curriculum im argentinischen Bildungsfeld“, geleitet von Prof. Alicia Camilloni, UBACYT, Forschungsinstitut für Erziehungswissenschaften, Universidad de Buenos Aires, Argentinien
 
1996-1997
Studentische Mitarbeiterin im Projekt „Eine vergleichende Untersuchung zu sozialen Repräsentationen von Intelligenz in verschiedenen Bildungspraktiken”, geleitet von Prof. Silvia Llomovatte, Forschungsinstitut für Erziehungswissenschaften, Universidad de Buenos Aires, Argentinien

Ausgewählte Veröffentlichungen

2008"Modernisierung und Herrschaftskonstruktion: Die Bildungsmissionen als Begegnung zwischen Regierung und Landgemeinden in postrevolutionären Mexiko (1923-1940) und peronistischen Argentinien (1946-1955)", in: Baberowski, Jörg, Feest, David & Lehmann, Maike (Hrsg.), "Begegnungsräume. Repräsentationen im Kontext." Frankfurt am Main & New York, Campus (im Druck) (in Zusammenarbeit mit Eugenia Roldán Vera und Carlos Martínez Valle).

2008 "Representations of Modernization and Vocational Education in Argentina at the Beginning of the Twentieth Century", in: Houben, Vincent & Schrempf, Mona (Hrsg.), Figurations of Modernity – Global and Local Representations in Comparative Perspective. Frankfurt am Main & New York, Campus (im Druck).

2007 "La búsqueda de modelos educativos en el extranjero: Condicionantes de las distintas preferencias a partir del ejemplo del debate entre Pizarro y Sarmiento en Argentina en 1881", in: Anuario de la Sociedad Argentina de Historia de la Educación, Nr. 8.

2007 "Die europäische Einwanderung in Argentinien (1810-1914). Politikkonzepte, staatliche Förderung und Auswirkungen auf die argentinische Arbeitswelt", in: Themenportal Europäische Geschichte, [link]

2006"Variationen des Anderen: Die Wahrnehmung ausländischer Bildungsmodelle in der argentinischen und chinesischen Modernisierungsdebatte im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert", in: Schulte, Barbara (Hrsg.), Transfer lokalisiert: Konzepte, Akteure, Kontexte. Leipzig, Leipziger Universitätsverlag (Comparativ, Jg. 16, H. 3) (in Zusammenarbeit mit Barbara Schulte).

2006 Tagungsbericht "Figurations of Modernity: Global and Local Representations of Socio-cultural Change in Comparative Perspective", veranstaltet von der Arbeitsgruppe "Figurationen der Moderne", SFB 640, Humboldt-Universität zu Berlin, in H-Soz-u-Kult [link] sowie in AHF-Information, Nr. 093 [link]

 

Schwerpunkt im Teilprojekt

Berufliche Deutungsmuster und Ausbildungsstrukturen: Vergleichseinheit Argentinien
 
In Anlehnung an das Teilprojekt C2 „Berufliche Deutungsmuster und Ausbildungsstrukturen im Vergleich: Untersuchungen zu Hispanoamerika (Argentinien) und Ostasien (China)“ liegt der Schwerpunkt auf den historischen und semantischen Voraussetzungen für den Aufbau und die Gestaltung der ersten modernen Institutionen beruflicher Ausbildung Argentiniens zwischen dem Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.
 
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, im Zusammenhang mit dem politischen Aufbau des Landes und im Rahmen enormer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Transformationen, rückte in Argentinien die Berufsbildung als ein Problem ins öffentliche Blickfeld. Verschiedene gesellschaftliche Akteure wiesen auf den Mangel an berufsorientierten Einrichtungen hin und widmeten sich dem Entwurf entsprechender Strukturen. Ab 1877 und insbesondere zwischen 1898 und 1917 – wenn auch bescheiden im Vergleich zu den allgemein bildenden Einrichtungen – entstanden eine Reihe von Institutionen für Berufsbildung schulischer Form, getragen von verschiedenen Akteuren der Gesellschaft. Diese Initiativen formten ein Bild der Berufsbildung, welches bis zu den nationalpopulistischen Reformen in den 1940er Jahren keine grundlegenden Variationen erfuhren. Diese Zeit, die als Konstitutionsphase der Institutionalisierung der Berufsbildung in Argentinien bezeichnet werden kann, wird hier ins Zentrum der Untersuchung gestellt und es wird gefragt was den Aufbau dieser Berufsbildungsinstitutionen vorangetrieben hat, welche Formen sie angenommen haben und warum diese Formen und nicht andere.
 
Dem Teilprojekt folgend, ist die Annahme, dass der Aufbau und die Gestaltung von Berufsbildungsstrukturen nicht einfach den wirtschaftlichen oder technologischen Bedürfnissen einer Gesellschaft entsprechen, sondern gesellschaftsweit geltende Deutungsmuster um Berufe, welche auf kontextgebundene soziohistorische Prozesse und semantische Traditionen beruhen, bei der Herausbildung und Formgebung von Berufsbildungsstrukturen auch eine wichtige Rolle spielen. Dementsprechend zielt die Fragestellung darauf ab, wie die an den Auseinandersetzungen um Berufsbildung beteiligten Akteure die Situation um Arbeit, Beruf und (Berufs)Bildung gedeutet haben und über welche Lösungsdenkmöglichkeiten sie verfügten, sowie, wie ihr Deutungsvorrat – ihre Problemwahrnehmung und ihre Lösungsressourcen – historisch bedingt wurde. Konkret bedeutet dies erstens, die Entwicklung der Arbeitswelt und der damit verbundenen Semantik von der Kolonialzeit bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zu erforschen (anhand von Forschungsliteratur); zweitens die bedeutendsten Akteure und Initiativen sowie ihre Problemdefinitionen und Lösungsvorschläge zu ermitteln; und drittens die Prägung der soziohistorischen Entwicklungen und semantischen Traditionen bei dieser Problemwahrnehmung und den denkmöglichen Lösungen zu untersuchen (über Veröffentlichungen der beteiligten Akteure wie Zeitschriftenartikel, offizielle Berichte und institutionelle Memoires).
 

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