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| Workshop "Locating Transfer" | |
Locating Transfer: Actors and Circumstances
(Workshop am 9. Dezember 2005)
Der eintägige Workshop der AG „Transfer“ will sich aus unterschiedlichen Perspektiven dem Phänomen des Transfers nähern – dem Transfer zwischen sozial, kulturell, nationalstaatlich und transnational, aber auch diskursiv festgelegten Räumen. Transfer wird verstanden als multidimensionaler, reziproker Austauschprozess, der durch unterschiedliche Akteure und Medien vorangetrieben und gestaltet wird. Gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass diese Transferprozesse keine Fußnoten zu einzelnen Nationalgeschichten darstellen, sondern Gebilde wie z.B. Nationen, Identitäten und soziale Räume in wechselseitiger Interaktion und Abgrenzung geradezu konstituieren. Hierbei soll der wechselnden Rollen und Intentionen der Akteure ebenso Rechnung getragen werden wie der Eigendynamik des Transferprozesses selbst und der Bedeutung des Zufalls.
Die interdisziplinäre Zusammensetzung der Workshop-TeilnehmerInnen sowie die sich u.a. daraus ergebende Spannung des Transferbegriffs sollen für die Diskussion und die weitere Zusammenarbeit zwischen den Einzelprojekten fruchtbar gemacht werden. Insbesondere soll hinterfragt werden, in welchem Zusammenhang das Transfer-Konzept zu anderen Konzepten von Austauschprozessen und Kommunikationsräumen steht, wie etwa Transnationalisierung, sozialen Feldern, Identität, Territorialität und Nationalstaat. Auch in methodischer Hinsicht soll der Workshop zu einer verstärkten Interdisziplinarität und eventuell zu neuen Zugängen führen.
„Locating“ versteht sich in diesem Zusammenhang bewusst mehrdeutig: Auf einer forschungspragmatischen Ebene geht es sicherlich darum, Transferprozessen in der Empirie der Einzelprojekte nachzugehen und sie analytisch zu fassen. „Locating“ verweist auch auf die Rolle des Raumes: Damit sind etwa die konkreten lokalen Bedingungen und Situationen gemeint, die bestimmte Transferprozesse begünstigen oder behindern. Dies führt zu der Frage, wie sich Transferprozesse verorten lassen und auf welche Resonanz sie in bestimmten Kontexten treffen. Damit verbunden sind Fragen nach Aneignungs- und Transformationsprozessen durch Domestizierung, Indigenisierung und Hybridisierung. Kann man von einer Verräumlichung von Transfer sprechen, etwa in Gestalt von Gebäuden oder Denkmälern? Gibt es in übertragenem Sinne „Transfertempel“? Gleichzeitig kann Transfer auch zur Enträumlichung führen, etwa durch die Konstitution von diskursiven Räumen hoch spezialisierter Teilöffentlichkeiten oder durch Prozesse der Kosmopolitisierung. Schließlich soll „locating transfer“ auch das fast paradox anmutende Spannungsverhältnis beleuchten zwischen dem dynamischen Charakter von Transfer und der in vielen Untersuchungsdesigns konstruierten Annahme von weitgehend autochthonen Traditionen.
Die Präsentationen der Papers werden sich diesen Phänomenen in unterschiedlichen geographischen, sozialen und diskursiven Kontexten nähern. Dabei wird auch die Identifizierung von Referenzhorizonten – etwa eines sichtbaren oder unsichtbaren "Dritten" –eine wichtige Rolle spielen.
Rückfragen bitte an Barbara Schulte (barbara.schulte@rz.hu-berlin.de)
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