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Arbeitsgruppe „Transfer“: Kurzbeschreibung
Die jüngere Forschung in den Geschichts-, Sozial-, Kunst- und Literaturwissenschaften hat ihre Aufmerksamkeit verstärkt Phänomenen von Transferprozessen gewidmet. Obwohl der Begriff des ‚Transfers’ dabei nicht immer Anwendung findet, stellen die Arbeiten die Frage in den Vordergrund, wie sich Austauschprozesse, die grundlegend multidimensionalen und reziproken Charakters sind, zwischen verschiedenen sozial, kulturell, wirtschaftlich und politisch konstruierten und diskursiv geformten Räumen gestalten. Diese Prozesse können sowohl auf einer materiellen Ebene (z.B. durch den Austausch von Waren) als auch auf einer ideellen oder repräsentationalen Ebene (z.B. in Form des Austausches von Wissen oder Wissenszugängen) stattfinden; zumeist lassen sich diese Ebenen nicht klar voneinander trennen: Gegenstände führen immer eine bestimmte Bedeutung mit sich; Ideen, Bilder und Repräsentationen bewegen sich selten ohne einen materiellen Träger. Damit geht die Annahme einher, daß Transfer nicht nur eine einseitige Bewegung von A nach B ist – was letztlich dazu führt, daß zahlreiche Disziplinen den Begriff ‚Transfer’ vermeiden – sondern Teil eines komplexen Wechselspiels zwischen verschiedenen Akteuren und auf unterschiedlichen kontextuellen Ebenen. Als Ergebnis dieses Wechselspiels tendieren die Grenzen zwischen dem Transferierten und dem Transferergebnis dazu zu verschwimmen: ein Eins-zu-Eins-Verhältnis ähnlich dem eines Originals und seiner Kopie gibt es nicht. Stattdessen werden ursprünglich „fremde“ Ideen und Gegenstände kreativ adaptiert und integriert, was zu einer Rekonzeptionalisierung sowohl des Transferierten als auch der Transferierenden führt. Unter diesem Aspekt betrachtet, verwässern auch die Grenzen zwischen dem ‚Traditionellen’ oder ‚Indigenen auf der einen und des ‚Modernen’ und ‚Fremden’ (oder ‚Westlichen’) auf der anderen Seite: viele Forschungsergebnisse deuten darauf hin, daß diese Kategorien nicht von vornherein vorhanden sind, sondern entsprechend dem spezifischen Kontext und den Vorstellungen der Akteure immer wieder neu hergestellt werden.
Im Kontext der zentralen SFB-Fragestellung, die sich mit Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel befaßt, beschäftigen wir uns in erster Linie mit Repräsentationen und der Rolle, die sie in Transferprozessen spielen. Uns interessiert, wie und aus welchen Gründen lokale Repräsentationen Transfer hervorrufen und befördern; wie und warum Repräsentationen im Transfer in den neuen Kontext integriert und schließlich hybridisiert werden; wie und warum bestimmte Repräsentationen miteinander in Konkurrenz stehen; wie Akteure ihre Repräsentationen aushandeln; und wie Akteure und Repräsentationen sozialen oder imaginierten Wandel – bewußt oder unbewußt – beeinflussen. In Transferprozessen fungieren Repräsentationen des ‚Anderen’ oft als Spiegel, deren Bewegungen wiederum etwas über die ‚Repräsentatoren’ mitteilen können. Zudem weisen viele Forschungsresultate darauf hin, daß Transfer insbesondere dann lebendig und dynamisch ist, wenn er im Kontext eines wahrgenommenen ‚Risses’ stattfindet, z.B. zwischen ‚alt’ und ‚neu’, ‚traditionell’ und ‚modern’, ‚vor-revolutionär’, ‚sozialistisch’ und ‚post-sozialistisch’, ‚kolonial’ und ‚post-kolonial’ usw. Das heißt, daß sich im Transfer befindliche Repräsentationen nicht nur Wandel hervorrufen, sondern selbst auch Teil und Ergebnis dieses Wandels sind.
Das Ziel der Arbeitsgruppe ist es, diese Aspekte von Transferprozessen detailliert zu untersuchen und mit empirischen Ergebnissen zu unterfüttern. Da die Mitglieder der Arbeitsgruppe aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen kommen und zu unterschiedlichen geographischen Regionen arbeiten, kann von einem großen Fundus theoretischer und methodologischer Zugänge und empirischer Ergebnisse profitiert werden. Das besondere Forschungsinteresse der Gruppe besteht – unter Ausnutzung dieser vielfältigen Herangehensweisen – an den Mechanismen von Transferprozessen in unterschiedlichen Kontexten: worin liegen die spezifischen Dynamiken von Transfer zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort, mit bestimmten Akteuren? Die Vielschichtigkeit von Transferprozessen zeigt sich in den im Folgenden beschriebenen Einzeluntersuchungen, welche sich aus der Transfer-Frage innerhalb der unterschiedlichen, umfassenderen Teilprojekte des SFB 640 ergeben haben.
Mit Blick auf Repräsentationen von ‚Europa’ in deutschen, britischen und niederländischen Historiographien des 20. Jahrhunderts untersucht Susan Rößner vom Teilprojekt A5 „Europarepräsentationen“ Transferprozesse zwischen Historikern. Diese sind insbesondere gekennzeichnet von einem multiplen Wechselspiel zwischen verschiedenen räumlichen und diskursiven Ebenen. Obwohl Historiker Vertreter eines wissenschaftlichen Gebiets mit starken nationalen Referenzpunkten sind, können sie gleichzeitig als Mitglieder einer transnationalen scientific community betrachtet werden. Wo ist historiographischer Transfer unter diesem Gesichtspunkt zu verorten? Muß er als entgrenzter Transfer gelten? Welche Rolle spielte die Parallelität von nationalem Bezugsrahmen und transnationalem Diskursthema – eine kulturelle Einheit Europa – für die Herausbildung eines europäischen Selbstverständnisses und die Wahrnehmung des Nationalstaats durch seine Historiker? Für mehrere Zeiträume des 20. Jahrhunderts wird untersucht werden, inwieweit Austauschprozesse internationalen politischen Entwicklungen – so der Institutionalisierung Europas – wie auch interpretativen Rahmenbedingungen in Form methodologischer und institutioneller Regimes unterlagen. In Rückgriff auf Konferenzdokumente und Referenzanalyse möchte das Projekt die Bedeutung des Transfers für die diskursive Herstellung Europas erhellen.
Deborah Johnson, Mitarbeiterin des Teilprojekts B3 „Repräsentationen von Melayu“, untersucht Aspekte des Transfers hinsichtlich der Entstehung von ‚Melayu’ (malaiische Identität) in Malaysia von 1900 bis heute. Um individuelle und ethnische oder soziale Identitäten wie ‚Melayu’ hinsichtlich Entstehung, Verhandlung und Repräsentation zu verstehen, ist es notwendig, unterschiedliche Beziehungen zu überdenken: Nicht nur das Verhältnis zum maßgeblich ‚Anderen’, sondern auch das Verhältnis zur physischen Welt (hier und dort) ist entscheidend. Weiterhin ist die Beziehung zwischen ‚Melayu’ sowie Leben, Tod, Gesundheit, Bedrohung und Gewalt; Religion, Glaubenssystemen und Werten; Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft und Wandel; Gesellschaft mitsamt ihrer Gruppen und Kollektive; Wirtschaft, Arbeit, Konsum, Werbung und Medien im Allgemeinen; Macht, Gemeinwesen und Nation; Prozessen der Vergesellschaftung und Bildung; Wissen, Technologie und symbolisches Kapital maßgeblich beeinflussend. Somit ist Identitätsbildung vornehmlich als Prozeß der zeitgleichen Interaktion bzw. der reflexiven Beobachtung und der Zustimmung, sowie als Transfer- und Austauschprozeß zwischen multiplen Akteuren (in Vergangenheit und Gegenwart) zu verstehen. Es existieren bi- und multilaterale Verhandlungsprozesse (und mitunter unilaterale Deklarationen) hinsichtlich der Definition von Identitätsgrenzen und ‚was’ innerhalb dieser Grenzen ‚authentisch’ oder zulässig ist. Auch Machtverhältnisse beeinflussen, ‚wer’ involviert ist, welche Rollen eingenommen werden und was die Ergebnisse sind. Wenn Identität repräsentiert wird, so finden auch Prozesse der Interaktionen statt, welche sich hinsichtlich der ‚Repräsentations-Technologie’, der Politik, der angewandten Medien, der Zielgruppen (innerhalb und außerhalb) und der Art und Weise, wie diese ‚Repräsentationen’ selbst Teil des Transfer- und reflexiven Beobachtungsprozesses werden, unterscheiden.
Tsypylma Darieva beobachtet im Projekt B4 „Armenien“ Transferprozesse zwischen armenischer Diaspora und dem homeland, der Republik Armenien. Aus der ethnologischen Perspektive kann die „Transferologie“ als Untersuchung von grenzüberschreitenden Austausch- und Kommunikationsprozessen zwischen zwei oder mehreren geographischen Orten und sozialen Gruppen verstanden werden, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken können. Die abgrenzende Linie zwischen dem Zentrum und Peripherie kann sich innerhalb eines solchen langzeitlichen generalisierenden Austausches von Ideen, Objekten und Menschen verschieben, verwischen und schließlich das „transferierte“ Objekt und seine „Umwelt“ verändern. Diese „Transfer“-Perspektive kann die Analyse von Inkorporationswegen sowie der Rolle von Diaspora-Repatrianten in der Neugestaltung der nationalen Identität und ihrer Repräsentation konzeptuell bereichern. In Anbetracht von unterschiedlichen Transferregimes in verschiedenen Zeiträumen lassen sich folgende Fragen formulieren: Wo sind die Parallelen und wie unterscheiden sich die Repräsentationen neuer Repatrianten aus den westlichen Gesellschaften von früheren Repatrianten-Wellen auf der Ebene der Machtbeziehungen und des Wissenstransfers? Welchen Einfluß haben die armenischen „Rückkehrer“ auf die Konstruktion, das Design und die Inszenierung von armenischen Selbstbildern über die nationale Landschaft, Erinnerungen an kollektiven Tod und „Auferstehung“? Wie werden diese Interaktionen in verschiedenen Erinnerungsorten des städtischen Lebens sichtbar, wo und wie werden Semantiken des „Transnationalen“ hergestellt? Inwieweit ermöglichen oder auch erschweren unterschiedliche Auffassungen von Abstammung, Gedächtnis und „Armenischsein“ die Aufrechterhaltung von Beziehungen und Interaktionen zwischen Diaspora und homeland?
Als zweite Mitarbeitern im Projekt B4 „Armenien“ betrachtet Maike Lehmann multiple Transferprozesse von Ideen, Institution und Menschen, die die Republik Armenien zu einem integralen Bestandteil verschiedener Welten machte: dem Sowjetimperium, der post-sozialistischen Welt, der transnationalen armenischen Gemeinschaft – sowohl vor wie nach 1990 – und dem Vorderen Orient. In diesem Zusammenhang konzentriert sie sich auf die Beziehungsnetze und Transferprozesse aus der Sicht der Armenier, die seit 1945 in der Republik leb(t)en. Dabei ist von besonderem Interesse, wie die Interaktion zwischen Moskau und Yerevan, oder der Republik und den verschiedenen Diasporagemeinden Repräsentationen vom ‚Eigenen’ und ‚Anderen’, ‚Ordnung’, Nationalität’ und ‚Geschichte’ in Armenien in Frage stellte, definierte und veränderte. Während die Armenier verschiedene Ideen und Institutionen ihren lokalen Bedürfnissen und Auffassungen anpaßten, beeinflußten sie wiederum die Zusammenhänge, aus denen diese Transfers stammten. Somit geht es bei dieser Untersuchung von lokalen Interpretationen – ob diese sich nun im Sprechen oder Handeln ausdrückten – gleichzeitig auch immer darum, wie ‚Peripherien’ und ‚Zentren’ miteinander verschränkt sind, sich gegenseitig konstituieren und zerstören. Armeniens Wandel von einer der loyalsten Sowjetrepubliken zu einem Akteur, der maßgeblich zur Desintegration der Sowjetunion beitrug, mag als ein Beispiel für diese grundlegende Beziehung dienen. Um solche Entwicklungen auch aus den sie beeinflussenden multilateralen Transferprozessen heraus zu verstehen, untersucht dieses Projekt Repräsentationen von ‚Gemeinschaft’ und sozialer Ordnung in Armenien. Dabei stehen armenischen Auseinandersetzungen um Themen wie ‚Geschichte’, ‚Sprache’, ‚Gedächtnis’ sowie ‚Raum’ im Mittelpunkt. Diese Auseinandersetzungen wurden dabei immer bestimmt vom komplizierten Verhältnis zwischen dem ‚Nationalen’ und dem ‚Sozialistischen’. Somit stellt sich die Frage, welche Aspekte von Sozialismus und Nationalismus armenische Weltsichten bestimmten und wie sich dies in Handlungslogiken übersetzte. Welche Rolle spielten Moskau und die armenische Diaspora innerhalb von lokalen Verhandlungen über die Definitionen von ‚Gemeinschaft’ und sozialer Ordnung? Und, wie beeinflussen diese vergangenen Verhandlungen heutige Auffassungen von diesen Konzepten in der Republik Armenien?
Ines Stolpe vom Teilprojekt C1 „Sozialistische Kampagnen in Zentralasien“ untersucht Transferprozesse im Kontext sozialistischer Kampagnen in der Mongolei (1959-1990). Interaktionen der beteiligten Akteure auf der Implementierungsebene sind ebenso von Interesse wie kommunikative Aushandlungsprozesse über den Wandel von Deutungsmustern. Beispielsweise werden folgende Aspekte betrachtet:
- Lokalisierung von Transfer im Alltag
- Implikationen des konnotativen Wandels des Kulturbegriffs im Mongolischen
- Kontext-, rollen- und situationsabhängige Stile des Interagierens bei Kampagnen
- Mobilisierung, multilaterale Vermittlung und Machtinversion
- Intendierte und nicht intendierte Gründe für Resonanz (Rolle des Zufalls)
- Formen, Ursachen und Resultate multilateralen Transfers (selektive Übernahme, Hybridisierung)
Die Transferperspektive ist geeignet, sowohl Phänomenen der Performanz empirisch nachzugehen, als auch dem Wandel abstrakter Motive und Vorstellungswelten auf die Spur zu kommen.
Verónica Oelsner vom Teilprojekt C2 “Berufliche Deutungsmuster” betrachtet Transferprozesse in Argentinien während der Entstehung beruflicher Ausbildungsstrukturen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Auseinandersetzungen und erste institutionelle Entwürfe im Berufsbildungsfeld bildeten einen Teil des Aufbaus und der Modernisierungsversuche des Nationalstaats. Für die Modernisierung des Landes im Allgemeinen und der Berufsbildung insbesondere sahen sich die Führungsschichten nach Ideen, Modellen und Spezialisten im Ausland um. Als Teil ihrer Untersuchung und in Zusammenhang dieser AG interessiert sie auf einer ersten Ebene, welche Länder und welche berufsbildende Modelle in den argentinischen Auseinandersetzungen um Berufsbildung berücksichtigt wurden; auf einer zweiten Ebene interessiert sie der Zusammenhang dieser Präferenzen mit der lokalen Deutungsverfügung – mit den semantischen Traditionen, dem eigenen Bild als Land und der (selektiven, evtl. verzerrten) Wahrnehmung der anderen Länder – sowie die Art und Weise, wie die selektierten Modelle bzw. Aspekte in der lokalen Diskussion über Berufsbildung „übersetzt“ (d.h. interpretiert, umgedeutet, dargestellt) worden sind.
Barbara Schulte, Bearbeiterin des chinabezogenen Projektteils in C2 „Berufliche Deutungsmuster“, untersucht die Rolle von Transferprozessen in der Debatte um Beruf und Berufsbildung im China der Republikzeit (1912-1927). Innerhalb der chinesischen Elitenansichten über Beruf, Arbeit und Berufsbildung zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Bezugshorizonte einerseits eigene Ressourcen und Traditionen, andererseits das als ‚modern’ und erfolgreich wahrgenommene, oftmals aber ungeliebte Ausland – Japan und der ‚Westen’. Es wird untersucht, wie sich im Laufe der chinesischen Modernisierungsdebatte diese Deutungsmuster in einem komplexen Zusammenspiel von teilweise traditionellen, teilweise modernisierten und globalisierten Umgebungen (um-)formiert haben. Anhand eines ausgewählten Samples, der Mitglieder der Chinesischen Gesellschaft für Berufsbildung, soll dabei herausgeschält werden, wie die Akteure – als Mitglieder sowohl einer lokalen Organisation als auch einer zunehmend verflochtenen globalen pädagogischen Gemeinschaft – auf die Modernisierungsprozesse in China reagiert haben und sie gleichzeitig mitgeformt haben; wie sie zwischen einem lokalen Publikum und der globalen akademischen Arena vermittelt haben; und wie sie schließlich die ausländischen Ideen und Designs im (durch die Akteure selbst konstruierten) chinesischen Kontext einem Transformations- und Aneignungsprozeß unterzogen haben.
Für Sabine Hess ist Transfer in vielerlei Bezügen ein zentrales Konzept. Ihr Teilprojekt C4 „Verwandtschaft als Repräsentation“ beschäftigt sich mit der vergleichenden Ethnographie von Praxen und Maßnahmen, in Deutschland und der Türkei Verwandtschaftsverhältnisse aufzubauen, die von der gängigen Vorstellung von Verwandtschaft als natürlich-biologischer Gegebenheit abweichen bzw. kreativ damit umgehen. So interessieren sie vor allem im Bereich der assistierten Reproduktion Praktiken und Technologien der Deterritorialisierung als auch der Lokalisierung von medizinischem Wissen und Techniken, von Geld und Patienten, aber auch von körperlichen Ressourcen wie Eizellen und Klinik-Blue-Prints. Dabei geht sie nicht nur von aktiven Aneignungspraktiken aus. Auch läßt sich zeigen, daß der "Transfer", d.h. auch das Wissen um Verbindungen, Mobilitäten und Praktiken des Vergleichens, im Klinik- als auch im Patientenalltag eine verfügbare Ressource darstellt und strategisch eingesetzt wird. Im Zeitalter der Globalisierung läßt sich dementsprechend Transfer nicht länger nur als eine (uni-direktionale) Bewegung von A nach B, meist vorgestellt im Sinne des Zentrum-Peripherie-Modells, untersuchen. Vielmehr macht eine transnationale Forschungsperspektive den Austausch von Flüssen in beide Richtungen deutlich. Vor allem zeigt sich jedoch, daß "Transfer" längst als reflexiv zur Verfügung stehende Praxis des Alltagshandelns zu betrachten ist.
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