Sonderforschungsbereich 640
Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel
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AG Theorie
    
 
„Repräsentation sozialer Ordnungen“ als Gegenstand theoretischer Modellierungen
 
Mitglieder: Jörg Baberowski, David Feest, Christoph Gumb, Jens Hacke, Daniel Hedinger, Johannes Helmrath, Priska Jones, Herfried Münkler, Matthias Pohlig, Susan Rößner, Ruth Schilling, Stefan Schlak, Jürgen Schriewer, Barbara Schulte
 
 
Die Arbeitsgruppe widmet sich begrifflichen, methodischen und theoretischen Grundfragen des Sonderforschungsbereichs. Was sind Repräsentationen? Worin besteht die Spezifik von Repräsentationen sozialer Ordnung? Was ist überhaupt eine ‚soziale Ordnung’, und welche Bedeutung besitzen Repräsentationen bei ihrer Konstituierung, Legitimation und Veränderung?
Die Vielgestaltigkeit des Repräsentationsbegriffs und seine semantische Herkunft aus unterschiedlichen erkenntnistheoretischen, kulturphilosophischen, politologischen und historischen Diskussionen machen den Versuch einer einheitlichen, für den SFB insgesamt geltenden autoritativen Begriffsfestlegung unmöglich, aber auch nicht wünschenswert. Auf unterschiedlich abstrakten Ebenen von Theorie und Methode geht die Arbeitsgruppe daher Problemen nach, die sich zwar nicht zu einer einheitlichen Theorie der Repräsentation sozialer Ordnung synthetisieren lassen müssen, aber dennoch Bausteine für eine gemeinsame Sprache liefern können.
Die verschiedenen Ansätze, die gemeinsam diskutiert werden, umfassen ein breites Spektrum und knüpfen an Debatten verschiedener Fächer von der Philosophie bis zur Bildwissenschaft an: Sie betreffen etwa die Frage nach der erkenntnistheoretischen Fundierung des Repräsentationsbegriffs im Spannungsfeld von Kultur- und analytischer Philosophie; das hermeneutische Problem des Verstehens fremder Repräsentationen wird genauso untersucht wie der Begriff des „Wandels“ als titelgebender Begriff des SFB. Theorie und Methodik von Vergleich und Transfer, ein wichtiges Element des begrifflichen Rüstzeugs des SFB, führt zu der Frage nach den Spezifika des Transfers von Repräsentationen. Die Allgemeinheit des Repräsentationsbegriffs wird versuchsweise für bestimmte gesellschaftliche Sektoren spezifiziert: Gibt es so etwas wie „politische Repräsentation“, die nicht in Verfahren aufgeht? Wie wird politische Identität repräsentiert? Die Spezifikation wird aber auch für Kulturen oder Epochen durchgespielt: Ist es sinnvoll, mit Begriffen wie „afrikanische“ oder „frühneuzeitliche“ Repräsentation zu arbeiten? Welches sind die spezifischen medialen  Formen, die Gesellschaften unterschiedlicher Epochen ihren Repräsentationen geben? Wie beeinflussen diese medialen Formen – vom Text über das Porträt und andere Bildformen bis hin zum Fernsehen – die Reichweite und den ‚Erfolg’ von Repräsentationen? Welches wären schließlich die Gegenbegriffe, an denen sich ein Forschungsansatz „Repräsentation“ abarbeiten müsste: der ‚Diskurs’, die ‚Performanz’, oder doch die – in jüngster Zeit in dezidierter Abgrenzung zu allen repräsentativen  Theorien wieder entdeckte – Wirklichkeit? Welches sind die bevorzugten Quellen, die Repräsentationen und ihr Verhältnis zu sozialen Ordnungen aufschlüsseln können: Bilder, Texte, Rituale? Welches methodische Werkzeug ist dazu jeweils von Nöten?
Die Diskussion dieser Grundfragen, die in einem gemeinsamen Sammelband vorgestellt werden soll, stellt für den gesamten SFB ein Reservoir an Definitionsversuchen, Argumenten und Reflexionen zusammengefasst dar, das diesen sowohl in die Forschungslandschaft einordnet als auch die Möglichkeit eröffnet, abstraktes, theoretisches Räsonnement und empirische Forschung in einen fruchtbaren Austausch zu setzen.
 
 
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