Sonderforschungsbereich 640
Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel
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Dr. Tsypylma Darieva

Sitz: Mohrenstr. 40/41 Raum 124
10117 Berlin, Deutschland
Tel.: +49 30 / 2093-4865
Fax: +49 30 / 2093-4893

Email: tsypylma.darieva@staff.hu-berlin.de

Teilprojekt B4 "Identitätspolitik und nationale Repräsentationen"

Institut für Europäische Ethnologie

Lebenslauf

Ausbildung

1997-2002
Doktor an der Humboldt Universität zu Berlin, Institut für Europäische Ethnologie, Mitglied des Graduierenden Kolleg “Gesellschaftsvergleich in ethnologischer, sozilogischer und historischer Perspektive”. Titel der Arbeit: „Producing Identity. Post-sowjetische Migranten und Medien in Berlin und London“
 
1992-1994
 
1989
Freie Universität Berlin, Institut für Anthropologie
 
Staatliche Universität in Leningrad, Institut für „Orientalistik“, Geschichte und Turkologie

Arbeitserfahrung

2003 – 2004
„Postdoc research fellow“ am Institut „Integration und Konflikt”, Max Planck Institute, Soziale Anthropologie, Halle (Saale)
 
2002-2003
„Research fellow“ am Institut für Anthropologie, London School of Economics and Political Sciences, UK. Projekt “Transmission of grievance in Berlin”
 
1995-1996
„Research fellow, Osteuropa-Institut, Freie Universität, Berlin. Projekt “Ethnic communities in big cities. Berlin/ St.Petersburg“

Ausgewählte Veröffentlichungen

Bücher:

2004    Russkij Berlin. Migrants and Media in Berlin and London, Münster: LIT Verlag

Artikel:

2006    Bringing the Soil back to the Homeland. Reconfigurations of Representation of Loss in Armenia, in: Comparative. Leipziger Beiträge zur Universalgeschichte und vergleichenden Gesellschaftsforschung. Heft 3 Transfer lokalisiert: Konzepte, Akteure, Kontexte, S.87-101

2006    Russlanddeutsche, Nationalstaat und Familie in transnationaler Zeit. In: Sabine Ipsen-Peitzmeier/ Markus Kaiser (Hrsg.) Zuhause fremd. Russlanddeutsche zwischen Russland und Deutschland, transcript Verlag, Bielefeld, S. 349-364

2005    Recruiting for the Nation. Transnational Migrants in Germany and Kazakhstan. In: Kasten, Erich (Hrsg.) Rebuilding Identities: Pathways to Reform post-Soviet Siberia. Berlin. Dietrich Reimer Verlag, S. 153-172

2005    Pathways of Migrant Incorporation in Germany. Zusammen mit Schiller, Glick/ Nina, Schlee Günther/ Nieswand, Boris. In: Transit, Volume 1, Issue 1, Migration, Culture and the Nation State, article 50911, S. 1-17

2003    Von anderen Deutschen und anderen Juden. Zur kulturellen Integration russischsprachiger Zuwanderer in Berlin. In: Warneken, Bernd / Hauschild, Thomas (Hrsg.) Inspecting Germany. Internationale Deutschland-Ethnographie der Gegenwart, LIT Verlag: Münster, S. 405-420

2001    “Das fremde Eigene”. Zur Integrationserfahrung post-sowjetischer Zuwanderer in Berlin. In: Rammert, Werner/ Knauthe, Günther u.a. (Hrsg.) Kollektive Identitäten und kulturelle Innovationen. Ethnologische, soziologische und historische Studien. Leipziger Universitätsverlag, S. 136-142

2000    Managing Identity. Some Insights into Russian Language Media in Berlin. In: Ethnicity and Economy. Centre for Independent Social Studies, St. Petersburg, S. 96-103

2000    Grenzen und Möglichkeiten ethnischer Medien. In: Dokumentationen der Heinrich-Böll-Stiftung “Das russischsprachige Berlin heute”, S.31-35

1997    Kasachen, Kirgisen und Usbeken in Berlin. Zuwanderer aus den nicht-europäischen Sowjetrepubliken. In: Oswald, Ingrid / Voronkov, Victor (Hrsg.) Post-sowjetische Ethnizitäten. Ethnische Gemeinden in St. Petersburg und Berlin/Potsdam. Berlin: Berliner Debatte Initial, S. 240-260

1997    Exkurs: “Evropazentr – eine Zeitung in Berlin” – oder “Russischsprachige aller Nationalitäten, vereinigt euch!”. Zusammen mit Georg Schütte. In: Oswald, Ingrid/ Voronkov, Victor. (Hrsg.) Post-sowjetische Ethnizitäten. Ethnische Gemeinden in St. Petersburg und Berlin/Potsdam. Berlin, S. 213-221

1997    “Ich heiratete nicht nur den Mann, sondern auch das Land”. Heiratsmigrantinnen aus der ehemaligen Sowjetunion in Berlin. Zusammen mit Stephan Beetz. In. Häußermann, Hartmut (Hrsg.) Zuwanderung und Stadtentwicklung, Leviathan, Sonderband 17/1997 Opladen /Wiesbaden, S. 386-405

Rezension:       

Susanne Schwalgin. “Wir werden niemals vergessen!” Trauma, Erinnerung und Identität in der armenischen Diaspora Griechenlands. In: H-Soz-Kult, vom 06.11.2006 http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen

Hornstein, Caroline S. Grenzgänger. Probleme interkultureller Verständigung. In: Zeitschrift für Ethnologie, 2005, Band 130, Heft 2, 2005, S. 348-350

Necati Polat, Boundary Issues in Central Asia. In: Europe-Asia Studies Volume 56, Number 2, March 2004, S. 328-329

In Kürze erscheinend:

Sammelbände

2007    Representations on the Margins of Europe. Politics and Identities in the Baltic and South Caucasian States. Zusammen mit Wofgang Kaschuba, Reihe “Eigene und Fremde Welten”, Frankfurt/Main: Campus Verlag

2007    Erinnerung an Gewalt. In: Berliner Debatte Initial 18, Heft 3, zusammen mit Ingrid Oswald

Artikel

2007    Introduction. Zusammen mit Wolfgang Kaschuba, in: Representations on the Margins of Europe. Politics and Identities in the Baltic and South Caucasian States. Frankfurt/Main: Campus Verlag, S. 11-27

2007    Changing politics of Memory of Loss in Armenia. In: Representations on the Margins of Europe. Politics and Identities in the Baltic and South Caucasian States, Frankfurt/Main:  Campus Verlag, S. 65-88.

2007    Zur Lokalisierung und Globalisierung armenischer Erinnerungspraktiken. In: Berliner Debatte Initial, Heft 3, Erinnerung an Gewalt in postsozialistischen Gesellschaften. Zusammengestellt von Tsypylma Darieva und Ingrid Oswald

2007    Migrationsforschung in der Ethnologie. In: Brigitte Schmidt-Lauber (Hrsg.) Ethnizität und Migration. Ethnologische Paperbacks, Berlin: Reimer-Verlag

2007    V promezhutke ne zhutko. The image of Russians and Russian Newspapers in Germany. In: Slavic Studies, Sapporo: Hokkaido Universität

 

Lehrerfahrung

2005-2007        Seminare am Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt Universität zu Berlin, zu den Themen Migrationanthropologie, Transnationalismus, Erinnerungsstudien

Mitgliedschaft im außeruniversitären Bereich

  •     European Association of Social Anthropologists
  •     European Network for Migration Studies
  •     Deutsche Gesellschaft für Völkerkunde
  •     SOYUZ Association of Cultural Studies in postsocialist countries

 

Schwerpunkt im Teilprojekt

Seit der Unabhängigkeit bzw. radikalen Restrukturierungsphase in politischer, ökonomischen und kulturellen Hinsicht sind in Armenien statt stabiler und tradierter Selbstbilder eher situativ und kontextuell verwendete Identitätskonstruktionen und Repräsentationsstrategien unterschiedlicher Prägung auszumachen. Im Mittelpunkt des ethnologischen Projektteils steht die Frage nach der Logik der Repräsentationsstrategien nationaler Identitäten Armeniens und welche Rolle dabei die armenische Diaspora spielt, die sich als „Rückkehrer“ wahrnehmen. Es soll geklärt werden, wie und welche kulturellen und politischen Symbole für neue nationale Integrationskonzepte und Zugehörigkeiten von lokalen und transnationalen Akteuren konstruiert und mobilisiert werden. Die Frage ist, wie und welche Wertevorstellungen und Gedächtnisorte sowohl im homeland als auch in der Diaspora für die Beschleunigung der nationalen Integration genutzt und welche ausgeblendet werden. Wie werden dabei konkurrierende Bilder und Argumente der Geschichte, des kollektiven Traumas sowie der Landschaft auf lokalen und Familienebene hergestellt und ausgehandelt. Welche Rolle spielen dabei global und transnational ausgerichtete soziale Vernetzungen der Betroffenen?
Um die genaue Rolle der „zurückgekehrten“ Diasporagruppen in der Umgestaltung der kulturellen Landschaft des Nationalen, die Interaktionen und den Wandel der Beziehungsformen zu verstehen, werden Praktiken und Inszenierungen shared and divided memory of loss, rebirth and territory erforscht. Die Leitfrage wäre dabei, welche spezifische Organisations- und Beziehungsmodelle der Diasporagruppen sich im Prozess der postsozialistischen „Nationalisierung“ des Homelands als handlungsstrukturierend herauskristallisieren. Methodisch werden Forschungsziele mit Hilfe der Zugangsweisen der Ethnologie umgesetzt: Neben der teilnehmenden Beobachtung, Text- und Diskursanalyse zur Untersuchung der Semantiken und Strategien nationaler Identitätspolitik, werden halb-strukturierte Interviews mit Migranten und Einheimischen und die Situationsanalyse an Gedächtnisorten sowie in ausgewählten Orten der armenischen Diaspora (USA) angewandt.


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