Sonderforschungsbereich 640
Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel
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Christoph Gumb

Sonderforschungsbereich 640 (SFB 640) – TP B1
Sitz: Mohrenstr. 40/41 Raum 324
Tel.: +49 30 / 2093-4760
Fax: +49 30 / 2093-4893
 
Email: christoph.gumb@geschichte.hu-berlin.de

Teilprojekt B1 „Repräsentationen von Herrschaft in multiethnischen Imperien“

Lebenslauf

  • 18. Oktober 1974 geboren in Schopfheim (Baden)
  • 1995-1998 Studium der Osteuropäischen Geschichte, Politikwissenschaft und Germanistik, später der Slawistik an der Albert-Ludwig-Universität Freiburg
  • Ab 1998 Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Slawistik an der Freien Universität Berlin
  • 2001 als Alexander-Herzen-Stipendiat Lehrtätigkeit und Archivaufenthalt an der Staatlichen Universität Voronež
  • 2003 Studienabschluss; Magisterarbeit zum Thema „Nicht Weisse, nicht Rote, sondern… Die ‚Jungrussen’ – eine Emigrantenpartei zwischen Archiv und Inszenierung“
  • 2003/2004 befristete Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Vergleichende Geschichte Europas, Berlin
  • Ab 2004: wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt B1 „Repräsentationen von Herrschaft in multiethnischen Imperien“ im SFB 640 „Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel“ an der Humboldt-Universität zu Berlin

Publikationen

  • C. Gumb, „Leibeigenentheater als Ordnungsmodell. Die Bell-Lancaster-Methode und das russische Militär (1815—1825)“ in Comparativ 15 (2005), 112-142.
  • Das Imperium in der Provinz. Repräsentationen von Herrschaft im Zarenreich 1800-1917, hrsg. von Jörg Baberowski, David Feest & Christoph Gumb (Frankfurt am Main: Campus, 2008) [im Druck].
  • Christoph Gumb, „Die Festung. Repräsentationen von Herrschaft und die Präsenz der Gewalt, Warschau (1904—1906)“, in: Das Imperium in der Provinz. Repräsentationen von Herrschaft im Zarenreich 1800—1917, hrsg. Jörg Baberowski, David Feest & Christoph (Frankfurt am Main u. a.: Campus, 2008) [Im Druck].
  • Christoph Gumb & Daniel Hedinger, „Aus der Perspektive des Schlachtfeldes – Kriege, Ordnungen und Repräsentation. Ein Fallbeispiel: Japan und Russland im 19. Jahrhundert“, in: Repräsentationen sozialer Ordnungen – Formen und Theorien, hrsg. von Jörg Baberowski, David Feest & Priska Jones (Frankfurt am Main u. a.: Campus, 2008) [Im Druck].
  • Diverse Rezensionen

Schwerpunkt im Teilprojekt

Die imperiale russische Armee war in den Herrschaftsvorstellungen der Eliten des Zarenreiches von zentraler Bedeutung. Mit ihren Bajonetten sollte imperiale Herrschaft nach innen und außen abgesichert werden. Als „Schule der Nation“ sollte sie Kultur und Bildung in die entferntesten Winkel des Imperiums transportieren. Mit Paraden, Uniformen und modernen Kasernenbauten sollte die Utopie des geordneten Staates überall sichtbar gemacht werden.

Die Kasernen dieser Armee waren aber auch Orte, an dem die unterschiedlichen kulturellen, sozialen und nationalen Gruppen des Imperiums aufeinandertrafen. Denn die Armee stand nicht nur für das Imperium. Sie verkörperte es zugleich auch in seiner ganzen Unübersichtlichkeit und Vielfalt. Dies wirft Fragen auf, die für die Erforschung der Geschichte des Zarenreiches von großer Tragweite sind: Wie veränderten sich Vorstellungen der lokalen Bevölkerung vom russischen Imperium, wenn sie auf einer Parade etwa einen muslimischen Gardeoffizier als Repräsentant der Zentralmacht sehen konnten? Welche Spur hinterließen die Konfrontation mit der unübersichtlichen Situation vor Ort in den Revolutionsjahren in den Vorstellungen der Offiziere und Soldaten, wie wirkten sich diese Wahrnehmungen auf ihre täglichen Praktiken und damit auf den lokalen Alltag des Imperiums in den Jahren 1905-1907 aus?


In meinem Forschungsvorhaben werde ich diesen Fragen am Fallbeispiel der russischen Garnison in Warschau, der drittgrößten Stadt des Zarenreiches nachgehen.


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