Sonderforschungsbereich 640
Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel
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Olaf Günther

Sonderforschungsbereich 640 (SFB 640) – TP C1
Sitz: Mohrenstr. 40/41 Raum 119
Tel.: +49 30 / 2093-4836
Fax: +49 30 / 2093-4893
 
Email: olaf.guenther@rz.hu-berlin.de

Mitarbeiter im Teilprojekt C1


Lebenslauf

  • 1995 - 2002 Studium der Mittelasienwissenschaften, Geschichte und Gesellschaft Südasiens, Islamwissenschaften und der europäischen Geschichte
  • 2002 Magisterarbeit zum Thema "Die darstellenden Künste und tamosho (Spektakel) in Turkistan, Gaukler, Theater und Kinokultur im Wandel - eine Darstellung von vorkolonialer Zeit bis zum Ende des Bürgerkrieges 1922"
  • 2002 - 2006 Dissertation zum Thema: "Die dorboz im Ferghanatal. Erkundungen im Alltag und der Geschichte einer Gauklerkultur."
  • 2006 Promotion im Fach Mittelasienwissenschaften
  • Derzeitiger Forschungsschwerpunkt: Mittelasien in historischer und anthropologischer Perspektive

Publikationen

Monographien

  • Die darstellenden Kuenste und das Spektakel (tamosho) in Mittelasien. Wandel von Theater-, Gaukler- und Kinokultur von vorkolonialer Zeit bis zum Ende des Bürgerkrieges. Berlin: Anor,  2008 (Magisterarbeit im Druck)
  • Die dorboz im Ferghanatal. Erkundungen im Alltag und der Geschichte einer Gauklerkultur. Berlin (u.a.): Peter Lang, 2007. (Doktorarbeit im Druck.)

Artikel in Büchern und Zeitschriften

  • "How acrobats remember their past." In: Die Vergangenheit als Ressource in der tuerksprachigen Welt. Istanbuler Texte und Studien, Würzburg: Ergon 2008.
  • "Die Ankunft der Schrift" In archive:caoss.org.
  • "Heroes in the Museum - Soviet hero constructions and multiple meaning of modernity in the Soviet Periphery." Mona Schrempf; Vincent Houben: Figurations of Modernity. Campus 2008.
  • Praktizierte Relationen. Das "Zigeunerische" in Ordungsvorstellungen bei Zigeunergruppen und der Mehrheitsbevölkerung Mittelasiens. In: /Roma/Zigeuner in neuen Perspectiven. Roma/Gypsies in new perspectives. Leipzig: Leipzig University Press 2007.
  • Laisser faire und totale Erfassung. Zigeunergruppen Mittelasiens. In: Verwaltete Nomaden. (Sammelband beim SFB NOMADSED 586) Halle 2008

Schwerpunkt im Teilprojekt

Forschungsfeld 1: Turkestan

Dem Forschungsschwerpunkt liegt die Hypothese zu Grunde, dass Repräsentationen einer neuen Ordnung Inszenierungsräume brauchen. Sie werden der Veranschaulichung wegen "Rote Zone" genannt. Rote Zonen gab es viele. In der Stadt konnte man auf bestehende Institutionen zurückgreifen, wandelte sie um oder schaffte neue: Rote Teehäuser, Klubhäuser, kulturelle Institutionen (Theater, Kino). Auf dem Dorf wurden vorerst temporäre Rote Zonen geschaffen, die durch Expeditionen von Ärzten, Theatergruppen, mobilen Kinos kurzzeitig ins Leben gerufen wurden. Später kamen dauerhafte Institutionen innerhalb des Kolchos hinzu (Bibliotheken, Klubs, Versammlungshäuser). Aber auch das nackte Land erfuhr eine zeitweise Strukturierung in Rote Zonen durch Großbaustellen (Ferghanakanal), Eisenbahnausbau und Straßenbau. Die Erkundung des Charakters, der Funktion und des tatsächlichen Sinns dieser Roten Zonen verläuft in drei Stufen:
  1. Erforschen und Rekonstruieren der allgemeinen Struktur der Roten Zone
  2. Füllen der Struktur mit Geschichten ihrer in ihr handelnden Subjekte
  3. Überprüfen der ideellen Repräsentation der neuen sozialen Ordnung innerhalb der Roten Zone mit den tatsächlich gemachten Erfahrungen aus den Egodokumenten zu ihnen

Die Schnittmengen mit den Forschungsarbeiten der anderen Teilregionen sind einzelne besondere Aspekte von Codierung, Decodierung und Recodierung von z.B. Reinheit, Arbeit, Freizeit usw. Dabei wird der Vergleich nicht nur innerhalb des Teilprojektes gezogen, sondern wird auf den gesamten Sonderforschungsbereich ausgedehnt werden können. 


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