Sonderforschungsbereich 640
Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel
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Maike Lehmann

Sonderforschungsbereich 640 (SFB 640) – TP B4
Sitz: Mohrenstr. 40/41 Raum 124
Tel.: +49 30 / 2093-4865
Fax: +49 30 / 2093-4893
 
Email: maike.lehmann@web.de
Email: lehmamai@rz.hu-berlin.de

Mitarbeiterin im Teilprojekt B4 "Armenien"


Weblinks

Lehrstuhl für Geschichte Osteuropas, HU-Berlin
Institut für Europäische Ethnologie, HU-Berlin


Lebenslauf

  • geb. am 05.05.1978 in Berlin
  • 1998 – 2001 Studium der Osteuropäischen Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität, Tübingen
  • 2001-2002 Studium an der School of Slavonic and East European Studies/ University
  • College London im Masterstudiengang ‘Russian History’
  • Sept.2002 Master of Arts; Dissertation: ’The Erosion of Distinctions. Urban Relations in Petrograd during World War I’
  • 2002/2003 Mitarbeit in Projekten bei EC: HARRIS project and facility consultants in Berlin/Mitte
  • 2003/2004 Arbeit am Projekt  ‘Deviance in a Socialist Society. Crime, Culture and Urban Space in Post-War Soviet Union, 1945-1964’
  • seit Aug. 2004 Mitarbeiterin im Teilprojekt B4 Armenien

Publikationen

Artikel

  • "The Sacred Lands of our Motherland!" – Memory, Myth, and Landscape in Popular Representations of Armenian Identity, in: Ruth Büttner / Judith Peltz (eds.), Mythical Landscapes Then and Now. The Mystification of Landscapes in Search for National Identity, Yerevan: Antares Publishing House 2006, pp.123-149.
  • Bargaining Armenian-ness. National Politics of Identity in the Soviet Union after 1945, in: Tsypylma Darieva / Wolfgang Kaschuba (eds.), Representations on the Margins of Europe. Politics and Identity in the Baltic and South Caucasian States, Frankfurt a.M/ New York.: Campus 2007, pp.166-189.
  • In Wort und Tat. Gewaltordnungen in Berg Karabakh, in: Jörg Baberowski/ David Feest/ Maike Lehmann (Hrsg.), Begegnungsräume. Repräsentationen im Kontext, 2008 (in Redaktion)

Rezensionen

  • Alexopoulos, Golfo: Stalin’s Outcasts. Aliens, Citizens, and the Soviet State, 1926-1936. Ithaca 2003, in: H-Soz-u-Kult, [link]
  • Libaridian, Gerard, Modern Armenia. People, Nation, State. New Brunswick 2004, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 54/3 (2006).
  • Stephan, Anke: Von der Küche auf den Roten Platz. Lebenswege sowjetischer Dissidentinnen. Zürich 2005, in: H-Soz-u-Kult, [link]
  • Fürst, Juliane (ed.), Late Stalinist Russia. Society between Reconstruction and Reinvention, London 2006, in: H-Soz-u-Kult, [link]
  • Jones, Polly (ed.), The Dilemmas of De-Stalinization. Negotiating Cultural and Social Change in the Khrushchev Era, New York & London 2006, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas (forthcoming).
  • El’dar Rafik ogly Ismailov, Azerbaidzhan: 1953-1956 gg. Pervye gody „ottepeli“. [Azerbaijan: 1953-1956. The First Years of the “Thaw”], Baku 2006: in Kritika (forthcoming)

Vorträge

  • 12.04.2005 Searching for Armenia in Moscow. A Report from Russian State Archives, Workshop ‘Identity politics of Armenia. Doing research in ethnological and historical perspectives’, Brusov University Yerevan (SFB 640)
  • 12./13.07.2005 Genozid als Identitätsstiftung? Inszenierungen und Praktiken des Erinnerns in Armenien, zusammen mit Tspylma Darieva in den Kolloquien des SFB 640 und des Instituts für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin
  • 15.09.2005 “We are with you, our Armenian land“ – Trauma, Myth and Landscape in Popular Representations of Armenian Identity, Workshop ‘Mythical Landscapes then and now’, Yerevan State University
  • 20.03.2006 Landscapes, Monuments and Memory. Some Considerations on the Visual in Recent Historiography; Workshop ‘The Shifting Landscape of Monuments’ (SFB 640)
  • 11.12.2006 Massacre and the Matter of Justice. Interethnic Violence as Practice and Discourse in Transcaucasia, SFB-Konferenz ‘Begegnungsräume-Encounters of Representations’ and der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • 21.01.2007 Massaker, Krieg und Gerechtigkeit. Armenische Selbstentwürfe im Konflikt um Nagorny Karabakh, Kolloquium für Osteuropäische Geschichte, Universität Tübingen
  • 05.06.2007 Armenisches Verhandeln. Ordnungs- und Gemeinschaftsentwürfe in der Republik Armenien seit 1945, Kolloquium für Ost- und Südosteuropäische Geschichte, Universität Leipzig
  • 13.06.2006 Armenisches Verhandeln. Ordnungs- und Gemeinschaftsentwürfe in der Republik Armenien seit 1945, Kolloquium für Osteuropäische Geschichte, Humboldt-Universität zu Berlin
  • 17.11.2007 Rebuilding the Nation: On the Particular Relationship between Socialism and Nationalism in Postwar Soviet Armenia, AAASS Jahreskonferenz in New Orleans

Lehrveranstaltungen

  • SS 2005
    "Zwischen 'Konfliktlosigkeit' und 'Massenaufständen' - Die Sowjetunion nach 1945"
    Zusammen mit David Feest. Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte, HU Berlin [link]
  • SS 2006
    Spuren des Sozialismus. Gedenken und Erinnerung in Osteuropa
    Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte/ Institut für Europäische Ethnologie , HU-Berlin [link]
  • WS 06/07
    Politische, intellektuelle und populäre Weltsichten im Europa des Kalten Krieges, 1945-1970
    Lehrstuhl für Sozialgeschichte/ Institut für Europäische Ethnologie , HU-Berlin [link]


Schwerpunkt im Teilprojekt

armenisches verhandeln – Repräsentationen von Ordnung und Gemeinschaft in der Republik Armenien seit 1945

Untersuchung im Rahmen des Projektes B4: Identitätspolitik und nationale Repräsentation: Armenien auf dem Weg nach Europa?

Das Projekt untersucht die Verhandlung nationaler Selbstentwürfe und sozialer Ordnung in der Republik Armenien seit 1945. Dabei sollen die Repräsentationen des ‚eigenen’ und des ‚anderen’ bei der Formulierung nationaler Identitäten unter sowjetischen Verhältnissen untersucht, ihrem Wandel sowie ihre Langlebigkeit innerhalb heutiger Entwürfe von ‚Ordnung’ und ‚Nation’ nachgegangen werden.

Dies geschieht mit besonderem Augenmerk auf die Akteure, die innerhalb der Sowjetrepublik Armenien und der heutigen Republik ihre Vorstellungen von armenischer Identität formulierten und praktizierten. Gerade angesichts der Erfahrungen der Sowjetägide und des konfliktreichen Umbruchs im Zuge der Unabhängigkeit gilt zu untersuchen, wie Repräsentationen des Nationalen als Teil gesellschaftlicher Wirklichkeit unter den jeweils gegebenen Umständen funktionierten.

Die Frage ist, wie sich das Verhältnis zwischen einer stark auf Traditionen ausgerichteten Kultur mit prägenden Gewalterfahrungen und der sowjetischen Zukunftsmission mit ihren diversen Kampagnen zur Neuerschaffung des sowjetischen Menschen gestaltete.

Welche Symbole, Topoi und Narrative dienten der Formulierung nationaler Identitäten in Armenien, welche Elemente aus dem kulturellen Repertoire wurden genutzt, umgestaltet oder auch verdrängt? Und wie wandelten sich diese Identitätskonstruktionen mit der Unabhängigkeit; nicht allein im Konflikt mit der ehemaligen sowjetischen Bruderrepublik Azerbaidzhan um Nagorny Karabakh und in direkter Auseinandersetzung über Krieg und Genozid mit der Türkei, sondern auch in der Auseinandersetzung unter Armeniern selber?

Um sich der Entwicklung von Wertehorizonten und nationalen Identitäten in Armenien der letzen 60 Jahre zu nähern, soll der polyphone Dialog zwischen verschiedenen Gruppen über Themen wie Religionszugehörigkeit, Land, Genozid, Krieg oder auch die Beziehung zur Diaspora erforscht werden.

Dabei sollen nicht nur die öffentlichen Inszenierungen von sozialer Ordnung und nationaler Identität betrachtet werden. Darüber hinaus stellen die Veralltäglichung offizielle Repräsentationen des ‚wir’ und ‚ihr’ in sowjetischen und postsowjetischen Kontexten bzw. populäre Gegenentwürfe einen zentralen Gegenstand der Untersuchung dar. Als Grundlage hierfür werden Materialien aus russischen und armenischen Archiven, biographische Interviews sowie Ergebnisse teilnehmender Beobachtung und Situationsanalysen in Jerewan herangezogen.


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