Sonderforschungsbereich 640
Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel
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Dr. phil. Barbara Schulte

Sonderforschungsbereich 640 (SFB 640) – TP C2
Sitz: Mohrenstr. 40/41 Raum 116
Tel.: +49 30 / 2093-4819
Fax: +49 30 / 2093-4893

Email: barbara.schulte@rz.hu-berlin.de

Weblinks

Lebenslauf

  • 1973 geboren in Köln
  • 1992 – 2000 Magisterstudium in Sinologie, Germanistik, Anglistik und Erziehungswissenschaft an der Universität zu Köln und an der Humboldt-Universität zu Berlin
  • 1994 – 1996 Studium der Sinologie an der Nanjing Normal University, Nanjing University und dem Nanjing Institute of Education
  • 2000 – 2005 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung für Vergleichende Erziehungswissenschaft (Institut für Erziehungswissenschaften, Phil. Fak. IV, Humboldt-Universität) mit dem Lehr- und Forschungsschwerpunkt Ostasien
  • 2002 UNESCO-Expertise zum deutschen Schulsystem
  • 2002 – 2007 Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Dissertation "Zur Rettung des Landes": Berufsbildung in den Augen der chinesischen Eliten während der Republik (1912-1927) (Abschluss Juli 2007, summa cum laude)
  • April 2005 – September 2007 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Teilprojekt C2 Berufliche Deutungsmuster und Ausbildungsstrukturen im Vergleich. Untersuchungen zu Hispanoamerika (Argentinien) und Ostasien (China) als Bearbeiterin des chinabezogenen Projektteils
  • Oktober 2007 – Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung Vergleichende Erziehungswissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin

Stipendien und Auszeichnungen

  • 1994 – 1999 Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes
  • 1994 – 1996 DAAD-Stipendium für Nanjing, China
  • 1995 Studienpreis für exzellente Leistungen der Nanjing Normal University, China
  • 2001 DFG-Förderung (World Congress of Comparative Education in Süd-Korea)
  • 2003 – 2004 DAAD-Stipendium für Peking, China
  • 2004 CESE Women’s Prize für den besten Beitrag auf dem CESE Congress in London 2002
  • 2006 EU-Stipendium für die 2006 Postgraduate Research Summer School in Nanjing, China (in Zusammenarbeit mit dem Worldwide University Network)

Veröffentlichungen

Monographien, Sammelbände und Artikel
  • "Zur Rettung des Landes": Bildung und Beruf im China der Republikzeit. Frankfurt am Main: Campus (Februar 2008).
  • "Zum Schutz von Körper und Land: Repräsentationen von Hygiene auf der Reise durch chinesische Köpfe und Körper." In: Jörg Baberowski, David Feest und Maike Lehmann (Hg.), Begegnungsräume (vorläufiger Titel). Frankfurt am Main: Campus (in Bearbeitung).
  • "«Für den Fortschritt der Menschheit»: Die chinesische Kulturlinguistik erfindet sich selbst." In: Lackner, Michael et al. (Hg.), Die Allgegenwart von Selbstbehauptungsdiskursen in Ostasien (vorläufiger Titel), München: Iudicum (in Bearbeitung).
  • "Wenn Wissen auf Reisen geht: Rezeption und Aneignung westlichen Wissens in China." In: Schriewer, Jürgen (Hg.), Weltkultur und kulturelle Bedeutungswelten: Zur Globalisierung von Bildungsdiskursen. Frankfurt am Main: Campus, 2007.
  • Transfer lokalisiert: Konzepte, Akteure, Kontexte (= COMPARATIV. Zeitschrift für Globalgeschichte und Vergleichende Gesellschaftsforschung 16, Heft 3). Leipzig: Leipziger Universitätsverlag, 2006.
  • "Variationen des Anderen: Die Wahrnehmung ausländischer Bildungsmodelle in der argentinischen und chinesischen Modernisierungsdebatte im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert." In Zusammenarbeit mit Verónica Oelsner. In: Barbara Schulte (Hg.), Transfer lokalisiert: Konzepte, Akteure, Kontexte (= COMPARATIV. Zeitschrift für Globalgeschichte und Vergleichende Gesellschaftsforschung 16, Heft 3). Leipzig: Leipziger Universitätsverlag, 2006. S. 44-67.
  • Los sistemas educativos europeos. ¿Crisis o transformación? Hg. von Joaquim Prats und Francesc Raventós, zusammen mit R. Cowen, B.P.M. Creemers, P.-L. Gauthier, B. Maes, B. Schulte und R. Standaert. Colección Estudios Sociales, Nr. 18. Barcelona: Fundación "la Caixa", 2005.
  • "Teaching Subjects and Time Allocation in the German School System (Berlin)." In: Prospects – Quarterly Review of Comparative Education 34, 3 (September 2004). S. 335-351.
  • "Die chinesische Kulturlinguistik: Eine Wissenschaftsdisziplin chinesischer Prägung? (Bunka gengogaku no chûgokuteki tokushitsu e no toikage)" In: Yasuo Imai und Zhu Haodong (Hg.), Die Formierung von Mensch und Curriculum in der internationalisierten Gesellschaft (Kokusaika jidai no kyôiku kadai to ningen keisei). Tokyo: Sanichi Shobô, 2004. S. 173-201.
  • "East is East and West is West? Chinese Academia Goes Global." In: Schriewer, Jürgen, Christophe Charle und Peter Wagner (Hg.), Transnational Intellectual Networks. Forms of Academic Knowledge and the Search for Cultural Identities. Frankfurt am Main: Campus, 2004. S. 307-329.
  • "Social Hierarchy and Group Solidarity: The Meanings of Work and Vocation/Profession in the Chinese Context and their Implications for Vocational Education." In: International Review of Education 49, 1 (Sondernummer), hg. von Mark Bray. Dordrecht: Kluwer, 2003. S. 213-239.
Rezensionen
  • Comparative Education Research. Approaches and Methods (hg. von Mark Bray, Bob Adamson und Mark Mason, Hong Kong: Comparative Education Research Centre, University of Hong Kong: Springer, 2007); in Pacific Affairs (im Druck).
  • The Class of 1761. Examinations, State, and Elites in Eighteenth-Century China (Iona D. Man-Cheong, Stanford: Stanford University Press, 2004); in Comparative Education Review 51 (4) (November 2007), S. 530-32.
  • Sphären von Öffentlichkeit in Gesellschaften sowjetischen Typs: Zwischen partei-staatlicher Selbstinszenierung und kirchlichen Gegenwelten/ Public Spheres in Soviet-Type Societies: Between the Great Show of the Party-State and Religious Counter-Cultures (hg. von Gábor T. Rittersporn, Malte Rolf und Jan C. Behrends. Komparatistische Bibliothek, Bd. 11. Frankfurt am Main, 2003); in Comparative Education 41 (4), S. 508-510, 2005 (November). Sowie in Comparativ. Zeitschrift für Globalgeschichte und Vergleichende Gesellschaftsforschung 15 (3), S. 138-140, 2005.
  • Full Circle. A Life with Hong Kong and China (Ruth Hayhoe, Comparative Education Research Centre, The University of Hong Kong, 2004); in: Compare 34 (4), S. 488-90, 2004 (Dezember).
  • Knowledge Across Cultures: A Contribution to Dialogue Among Civilizations (hg. von Ruth Hayhoe und Julia Pan, CERC Studies in Comparative Education 11, Hong Kong: The University of Hong Kong, 2001); in: International Review of Education 49 (6), S. 631-35, 2003.

Schwerpunkt im Teilprojekt

Berufsbildung und chinesische Eliten im China der Republikzeit (1912-1927)

In der derzeitigen Bearbeitungsphase liegt der Schwerpunkt darauf, wie die chinesischen Eliten zwischen 1912, dem Gründungsjahr der Republik, und 1927, dem Ende der Warlord-Periode, ihre Debatte um Beruf und Berufsbildung konstruiert haben. Es wird dabei davon ausgegangen, dass innerhalb sich modernisierender Gesellschaften die zunehmend professionalisierte berufliche Organisation von Arbeit auf bestimmte Konzepte von Arbeit und Beruf zurückgreift, die sich, obwohl sie auf ganz spezifische Modernisierungsbedürfnisse reagieren, gleichwohl aus kulturell verankerten, auf gesellschaftlichen Kollektiverfahrungen beruhenden Deutungstraditionen oder Mustern speisen. Die Bezugshorizonte der chinesischen Deutungsmuster um Beruf, Arbeit und Berufsbildung waren dabei einerseits eigene Ressourcen und Traditionen, andererseits das als ’modern’ und erfolgreich wahrgenommene, oftmals aber ungeliebte Ausland – Japan und der ’Westen’. Es wird untersucht, wie sich im Laufe der chinesischen Modernisierungsdebatte diese Deutungsmuster in einem komplexen Zusammenspiel von teilweise traditionellen, teilweise modernisierten und globalisierten Umgebungen (um-)formiert haben.

Die Untersuchung konzentriert sich dabei auf die Unterstützer von Modernisierung und Reformbewegungen – einem Konglomerat aus u.a. konfuzianisch geprägten Gelehrten, modernen Wissenschaftlern mit Auslandserfahrung (oder auch einer Mischung aus beidem), Unternehmern, Journalisten, Politikern und Politikberatern. Als Beispiel fokussiert sich die Untersuchung auf die Mitglieder der 1917 von Huang Yanpei gegründeten Chinesischen Gesellschaft für Berufsbildung (Zhonghua Zhiye Jiaoyushe), die besonders aktiv (und teilweise erfolgreich) in der Verbreitung und Erforschung der Berufsbildung war. Anhand einer Datenbank, in die alle Mitglieder und assoziierte Personen aufgenommen wurden, wird das Profil dieser Gruppe beschrieben und analysiert: Bildungshintergrund und berufliches Profil, die geographische Reichweite ihres Handelns, Typen und Orte der von ihnen neu gegründeten Institutionen, ihre Mitgliedschaft in verschiedenen Vereinigungen, ihre internationalen Erfahrungen sowie die Beziehungen und Netzwerke zwischen diesen Akteuren. Dieses Profil wird dann dazu in Beziehung gesetzt, was diese Personen über Berufsbildung geschrieben haben in der Zeitschrift für Bildung und Erziehung (Jiaoyu Zazhi), einer der wichtigsten Bildungszeitschriften in dieser Zeit, und in der von der Gesellschaft für Berufsbildung herausgegebenen Zeitschrift Bildung und Beruf (Jiaoyu yu Zhiye). Es soll dabei herausgeschält werden, wie die Akteure – als Mitglieder sowohl einer lokalen Organisation und einer zunehmend verflochtenen globalen pädagogischen Gemeinschaft – auf die Modernisierungsprozesse in China reagiert haben und sie gleichzeitig mitgeformt haben; wie sie zwischen einem lokalen Publikum und der globalen akademischen Arena vermittelt haben; und wie sie schließlich die ausländischen Ideen und Designs im (durch die Akteure selbst konstruierten) chinesischen Kontext einem Transformations- und Aneignungsprozess unterzogen haben. Die Untersuchung will damit einen Beitrag zur historischen Globalisierungsforschung leisten, indem gezeigt wird, wie in dieser Zeit Prozesse von Globalisierung auf lokaler Ebene innerhalb einer spezifischen Gemeinschaft reflektiert und geprägt wurden.


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