Sonderforschungsbereich 640
Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel
Deutsch
English
Menu
Kurzprofil des SFB
Teilprojekte und AGs
Mitglieder
Gäste
Tagungen
Ringvorlesungen
Publikationen
Aktuelles
Kontakt
Suche
Deutsch
English
Aktuelles
Der SFB ist umgezogen.
Diese Seite existiert weiterhin für Archivzwecke, wird aber nicht mehr aktualisiert, daher sind die Informationen möglicherweise
veraltet
.
Die neue SFB-Webseite
SFB 640
>
Mitglieder
>
Bock, Heike
Dr. des. Heike Bock
Sonderforschungsbereich 640 (SFB 640) – Teilprojekt A3
Sitz: Mohrenstr. 40/41 Raum 115
Tel.: +49 30 / 2093-4748
Fax: +49 30 / 2093-4893
Email:
heike.bock@staff.hu-berlin.de
Teilprojekt A3 "Religiöse und säkulare Repräsentation
im frühneuzeitlichen Europa"
Lebenslauf
12.6.1974 geboren in Perleberg
1994 – 2000 Studium der Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft und Anglistik / Amerikanistik in Potsdam und London (UCL)
1996 – 2000 Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes
2000 – 2002 Mitarbeiterin der Deutsch-Britischen Gesellschaft e.V., Berlin
2002 – 2006 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt des Schweizerischen Nationalfonds "Konfessionskulturen im Übergang zur Aufklärungszeit. Ein Vergleich von Luzern und Zürich unter Beizug von Utrecht", Universität Luzern
seit 05/2006 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Teilprojekt A3 "Religiöse und säkulare Repräsentationen im frühneuzeitlichen Europa" des Sonderforschungsbereichs 640 "Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel", Humboldt-Universität zu Berlin
12/2007 Promotion an der Universität Luzern; Dissertation "Konversionen in der frühneuzeitlichen Eidgenossenschaft. Ein Vergleich von Zürich und Luzern" (Gutachter: Prof. Dr. Thomas Maissen, Prof. Dr. Kaspar von Greyerz)
Forschungsschwerpunkte
Religions- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit
Konversionen
Säkularisierung
Publikationen
Bücher
Bock, Heike. Konversionen in der frühneuzeitlichen Eidgenossenschaft. Zürich und Luzern im konfessionellen Vergleich, erscheint voraussichtlich in der Reihe "Frühneuzeit-Forschungen", Epfendorf 2008. (in Vorbereitung)
Heike Bock, Jörg Feuchter, Michi Knecht (Hg.), Religion and Its Other. Secular and Sacral Concepts and Practices in Interaction, erscheint Frankfurt am Main / New York 2008. (in Vorbereitung)
Matthias Pohlig, Ute Lotz-Heumann, Vera Isaiasz, Ruth Schilling, Heike Bock, Stefan Ehrenpreis, Säkularisierungen in der Frühen Neuzeit. Methodische Probleme und empirische Fallstudien, erscheint 2008. (in Vorbereitung)
Aufsätze und Artikel
Konversionen und Säkularisierung? Untersuchungen zum Wandel konfessioneller Repräsentation im frühneuzeitlichen Zürich, in: Matthias Pohlig, Ute Lotz-Heumann, Vera Isaiasz, Ruth Schilling, Heike Bock, Stefan Ehrenpreis, Säkularisierungen in der Frühen Neuzeit. Methodische Probleme und empirische Fallstudien, erscheint 2008. (in Vorbereitung)
Konversion: Motive, Argumente und Normen. Zur Selbstdarstellung von Proselyten in Zürcher Bittschriften des 17. und 18. Jahrhunderts, in: Thomas Kaufmann, Anselm Schubert, Kaspar von Greyerz (Hg.), Frühneuzeitliche Konfessionskulturen (= Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte, Bd. 207), Gütersloh 2008, S. 153-174.
Pfarrer und Mönche in Gewissensnot. Eidgenössische Geistliche zwischen den Konfessionen im 17. Jahrhundert, in: Ute Lotz-Heumann, Jan-Friedrich Mißfelder, Matthias Pohlig (Hg.), Konversion und Konfession in der Frühen Neuzeit (= Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte, Bd. 205), Gütersloh 2007, S. 353-392.
Art. "Konversion, 2. Christliche Konfessionen", in: Enzyklopädie der Neuzeit, Bd. 6, Stuttgart 2007, Sp. 1174-1177 (gemeinsam mit Gesine Carl).
Secularization of the modern conduct of life? Reflections on religiousness in early modern Europe, in: Manuel Franzmann, Christel Gärtner, Nicole Köck (Hg.), Religiosität in der säkularisierten Welt. Theoretische und empirische Beiträge zur Säkularisierungsdebatte in der Religionssoziologie (= Veröffentlichungen der Sektion Religionssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Bd. 11), Wiesbaden 2006, S. 143-154.
Furchtbare Ausmaße der russischen Frage: Marx und Herzen zu Russland und Europa, in: DAMALS 1/2000, S. 67 (gemeinsam mit Birgit Schwelling).
Rezensionen und Tagungsberichte
Rezension zu: Anne Conrad, Rationalismus und Schwärmerei. Studien zur Religiosität und Sinndeutung in der Spätaufklärung, Hamburg 2008, erscheint in: sehepunkte 2008.
Rezension zu: Moshe Sluhovsky, Believe Not Every Spirit. Possession, Mysticism & Discernment in Early Modern Catholicism, Chicago 2007, erscheint in: Historische Zeitschrift 2008.
Rezension zu: Gesine Carl, Zwischen zwei Welten? Übertritte von Juden zum Christentum im Spiegel von Konversionserzählungen des 17. und 18. Jahrhunderts, Hannover 2007, erscheint in: H-Soz-u-Kult 2008.
Rezension zu: Lorenz Heiligensetzer, Getreue Kirchendiener – gefährdete Pfarrherren. Deutschschweizer Prädikanten des 17. Jahrhunderts in ihren Lebensbeschreibungen, Köln 2006, in: H-Soz-u-Kult, 12.9.2007.
[link]
Rezension zu: Dominik Sieber, Jesuitische Missionierung, priesterliche Liebe und sakramentale Magie. Volkskulturen in Luzern 1563-1614, Basel 2005, in: H-Soz-u-Kult, 18.4.2006.
[link]
Rezension zu: Frauke Volkland, Konfession und Selbstverständnis. Reformierte Rituale in der gemischtkonfessionellen Kleinstadt Bischofszell im 17. Jahrhundert, Göttingen 2005, in: sehepunkte 5/2005, Nr. 9.
[link]
Rezension zu: Francisca Loetz, Mit Gott handeln. Von den Zürcher Gotteslästerern der Frühen Neuzeit zu einer Kulturgeschichte des Religiösen, Göttingen 2002, in: Traverse 2/2004, S. 148-150.
Rezension zu: Jeffrey Freedman, A Poisoned Chalice, Princeton 2002, in: Traverse 1/2003, S. 141-143.
Tagungsbericht "Religion und ihr Anderes. Säkulare und sakrale Konzepte und Praktiken in Interaktion", 30.3.2007-1.4.2007, Berlin, in: H-Soz-u-Kult, 13.12.2007 (gemeinsam mit Raphael Stepken).
[link]
Tagungsbericht "Begegnungsräume – Encounters of representations", 11.12.2006-12.12.2006, Berlin, in: H-Soz-u-Kult, 24.1.2007 (gemeinsam mit Susann Baller und Maren Klotz).
[link]
Vorträge (seit 2003)
„Konversionen in der frühneuzeitlichen Eidgenossenschaft. Zürich und Luzern im konfessionellen Vergleich”, Historisches Seminar der Universität München (Einladung: PD Dr. Stefan Ehrenpreis), 20. Mai 2008.
„Konfessionelle Grenzüberschreitungen in der Frühen Neuzeit. Die Niederlande und die Eidgenossenschaft im Vergleich” (gemeinsam mit Bertrand Forclaz), Historisches Seminar der Universität Tübingen (Einladung: Prof. Dr. Anton Schindling), 21. Januar 2008.
„Konversionen als Indikatoren für den Wandel konfessioneller und säkularer Repräsentationen in der frühneuzeitlichen Eidgenossenschaft”, Kolloquium des SFB 640, Berlin, 15. November 2007.
„Proselytes and Impostors: Pretending, Challenging, and Verifying Religious Motives for Crossing Confessional Boundaries in Early Modern Zurich”, Sixteenth Century Studies Conference, Minneapolis/USA, 26. Oktober 2007.
„Proselytes and Impostors: Pretending, Challenging, and Verifying Religious Motives for Crossing Confessional Boundaries in Early Modern Zurich”, Workshop „Konversionsforschung: Bestandsaufnahme und Perspektiven”, Hamburg, 22. Oktober 2007.
„Frühneuzeitliche Konversionen als Forschungsproblem. Tendenzen, Quellen, Methoden”, Workshop der DFG-Forschergruppe „Selbstzeugnisse in transkultureller Perspektive” (Einladung: Prof. Dr. Angelika Schaser), Hamburg, 2. Juli 2007.
„Lutheran Angels and Catholic Healers: Early Modern Demarcations between Religiousness and Superstition” (gemeinsam mit Vera Isaiasz), Konferenz „Religion and Its Other” des SFB 640 der HU Berlin in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Moderner Orient, Berlin, 1. April 2007 (Tagungsberichte: H-Soz-u-Kult, 13.12.2007; „Kleiner Kobold”, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4.4.2007).
[link]
„Säkularisierung in der Geschichtswissenschaft. Chancen und Grenzen eines theoretischen Konzepts in der historischen Forschung”, Soziologisches Seminar der Universität Luzern (Einladung: Dr. Christine Matter), 27. Januar 2007.
„Conversion and Confession. Transgressing Confessional Boundaries in Early Modern Zurich and Lucerne”, Fifth Workshop On Early Modern German History, München, 25. September 2006 (Tagungsbericht: H-Soz-u-Kult, 19.11.2006).
[link]
„Konversionen in der frühneuzeitlichen Eidgenossenschaft. Obrigkeitlicher Umgang, soziale Erfahrungen, individuelle Motive”, Historisches Seminar der Universität Heidelberg (Einladung: Prof. Dr. Thomas Maissen), 8. Juni 2006.
„Konversionen. Ein Vergleich von Zürich und Luzern”, Tagung „Differenz und Koexistenz. Konfessionskulturen in der Eidgenossenschaft des 17./18. Jahrhunderts”, Luzern, 18. März 2006 (Tagungsbericht: „Koexistenz in Zeiten der Intoleranz”, Neue Zürcher Zeitung, 25.3.2006, S. 50).
„Konversionen zwischen Konfessionalisierung und Säkularisierung. Methodische und empirische Überlegungen für das 17. und 18. Jahrhundert”, Workshop „Säkularisierung in der Frühen Neuzeit: begriffliche Überlegungen und empirische Fallstudien” am Teilprojekt A3 des SFB 640 „Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel”, Berlin, 10. Dezember 2005 (Tagungsbericht: H-Soz-u-Kult, 28.1.2006).
[link]
„Konversion und Konfession. Konfessionelle Grenzüberschreitungen in Zürich und Luzern in der Frühen Neuzeit”, Historisches Seminar der Universität Zürich (Einladung: Prof. Dr. Francisca Loetz), Zürich, 25. Mai 2005.
„Konversion und Konfession. Konfessionelle Grenzüberschreitungen in Zürich und Luzern in der Frühen Neuzeit”, Historisches Seminar der Universität Luzern (Einladung: Prof. Dr. Aram Mattioli), Luzern, 17. Mai 2005.
„Pfarrer und Mönche in Gewissensnot. Eidgenössische Geistliche zwischen den Konfessionen im 17. Jahrhundert”, Tagung „Konversion und Konfession in der Frühen Neuzeit”, Berlin, 10. Dezember 2004. (Tagungsbericht: H-Soz-u-Kult, 6.2.2005).
[link]
„Religiöse Grenzüberschreitungen im Luzern der Frühen Neuzeit” (gemeinsam mit Anne Yammine), Vortragsreihe der Luzerner Historischen Gesellschaft, Luzern, 1. Dezember 2004.
„Konversion als sozio-kulturelles Phänomen. Konfessionelle Grenzüberschreitungen in Zürich und Luzern im 17./18. Jahrhundert”, Nachwuchstagung des Vereins für Reformationsgeschichte „Konfessionen und Kulturen”, Wittenberg, 2. Oktober 2004.
„Augustin Salzmann von Grafenhusen – ein Fall religiöser oder politischer Devianz im Luzern des 18. Jahrhunderts?“, Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte „Kriminalisieren – Entkriminalisieren – Normalisieren”, Bern, 22. Mai 2004.
„Secularization of the modern conduct of life? Reflections on religiousness in early modern Europe”, 12. Tagung der Arbeitsgemeinschaft Objektive Hermeneutik „Religiosität in der säkularisierten Welt”, Frankfurt am Main, 21. März 2003.
Lehrveranstaltungen
SS 2007 Übung „Religiöse Konversionen in der Frühen Neuzeit”
WS 2007/2008 Proseminar „Republiken und Republikanismus in der Frühen Neuzeit: Venedig, Niederlande, Eidgenossenschaft im Vergleich” (gemeinsam mit Ruth Schilling)
Schwerpunkt im Teilprojekt
Konversionen als Indikatoren für den Wandel konfessioneller und säkularer Repräsentationen in der frühneuzeitlichen Eidgenossenschaft
Der Faktor "Konfession" hatte im Europa der Frühen Neuzeit eine große Bedeutung als gesellschaftliches und politisches Ordnungs- und Identifikationsprinzip. In der Regel bestand eine enge Identifikation eines politischen Gemeinwesens mit einer bestimmten Konfession, so dass die Repräsentationen der sozialen und politischen Ordnung nach innen und außen unmittelbar an den Faktor "Konfession" gebunden waren. Diese Repräsentationen wandelten sich jedoch im Verlauf der Frühen Neuzeit und unterlagen - folgt man der Säkularisierungsthese - vor allem im 18. Jahrhundert einem Bedeutungsverlust oder einer Transformation.
Wenn man das Phänomen frühneuzeitlicher Konversionen - verstanden als innerchristliche Bekenntniswechsel -, die Konversionshäufigkeit und insbesondere den obrigkeitlichen Umgang mit Konversionen als Indikatoren für die Bedeutung konfessioneller Repräsentationen für Gesellschaften und politische Gemeinwesen begreift, dann lassen sich anhand von Veränderungen in diesen Bereichen Transformationsprozesse aufzeigen, die möglicherweise zu einem Bedeutungsverlust von Konfession für soziale und politische Ordnungsvorstellungen und einem Bedeutungsanstieg säkularer Repräsentationsformen geführt haben. Ich möchte deshalb in meinem Projekt an dem konkreten Forschungsgegenstand innerchristlicher Konversionen untersuchen, wie, wann und warum sich konfessionelle Repräsentationen sozialer und politischer Ordnungen wandelten. Dabei gehe ich von der grundlegenden Hypothese aus, dass, je stärker der Faktor "Konfession" als Repräsentation sozialer und politischer Ordnungen fungierte, um so größere Bedeutung jenen Individuen zugemessen wurde, die die Konfession (und damit zugleich meist auch das Staatswesen) wechselten und somit die Wirksamkeit der konfessionellen Repräsentation in Frage stellten. Dort, wo die Kopplung des politischen und sozialen Selbstverständnisses mit der Konfession besonders eng war, wurde ein Abtrünniger als Verräter nicht nur am Glauben, sondern auch am Staat wahrgenommen. Die Figur des Konvertiten repräsentiert somit in der Frühen Neuzeit die Grenzen der Wirksamkeit von Konfession als Identifikationsprinzip sozialer und politischer Ordnungen.
Ich werde diesen Fragen exemplarisch anhand des monokonfessionellen Stadtstaats Zürich und ergänzend den gemischtkonfessionellen Gemeinen Herrschaften der Eidgenossenschaft nachgehen. In der Zwingli-Stadt Zürich diente die reformierte Konfession besonders eindringlich als Repräsentation des sozialen und politischen Selbstverständnisses. Städtische Ratsobrigkeit und reformierte Theologenschaft waren hier seit der Reformationszeit eine enge Symbiose eingegangen. In der konfessionell gespaltenen Eidgenossenschaft fungierte Zürich zudem als reformierter Vorort, der als Vertreter der reformierten Orte die Geschäfte auf den Gesamteidgenössischen Tagsatzungen federführend leitete. Die gemischtkonfessionellen Gemeinen Herrschaften stellten das eigentliche Kampffeld zwischen den reformierten und katholischen eidgenössischen Orten dar. Hier prallten verschiedene konfessionelle Repräsentationen aufeinander, hier entluden sich die Spannungen in einer Vielzahl konfessioneller Konflikte. Gleichzeitig stellte die Notwendigkeit der Verwaltung der Gemeinen Herrschaften, die von reformierten und katholischen Orten in verschiedenen Bündniskonstellationen gemeinsam betrieben wurde, eine Art Kitt für die Eidgenossenschaft dar, da ein Zwang zu politischer Kooperation bestand.
Als Quellenbasis werden in Zürich vor allem die Rechnungen und Protokolle der Proselytenkammer aus dem 18. Jahrhundert dienen. Eine serielle Auswertung beispielsweise der Anzahl der konvertierten Personen sowie der Höhen der Unterstützungsleistungen lassen hier aufschlussreiche diachrone Aussagen erwarten. Nahmen die Zahlen an Proselyten ab, zu oder blieben sie in etwa gleich? Womit mögen die Schwankungen zusammenhängen? War ein Konfessionswechsel möglicherweise nicht mehr gefordert oder „lohnte“ sich dieser nicht mehr? Wenn ja, warum nicht? Wie entwickelte sich die Unterstützungsbereitschaft der Stadt Zürich für Proselyten? Eine erste Sichtung der Ausgaben der Proselytenkammer führt zu dem Eindruck, dass die Aufwendungen von einem relativ hohen Niveau im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts in der zweiten Jahrhunderthälfte kontinuierlich bis nahezu auf den Nullpunkt sanken. Warum war dies so? Kamen keine Proselyten mehr oder erhielten sie schlichtweg keine Unterstützung mehr? Welche Erklärungen lassen sich hierfür finden? Für eine Analyse des Konversionsgeschehens in den Gemeinen Herrschaften werden die Protokolle der Eidgenössischen Tagsatzungsabschiede herangezogen. Hier sollen über die Auswertung der Art und Anzahl der verhandelten Konfliktfälle entwicklungsgeschichtliche Erkenntnisse über die Bedeutung von Konversionen vor einem gemischtkonfessionellen Hintergrund gewonnen werden. In beiden Kontexten wird ebenso danach zu fragen sein, wie sich begriffliche Einordnungen und Zuschreibungen von Konvertiten wandelten und welche Aussagen dies über den Bedeutungswandel des Faktors "Konfession" für die soziale und politische Repräsentation der Gemeinwesen insgesamt zulässt.
Startseite
|
Anmelden