Workshop
"Macht, Repräsentation und Säkularisierung,
16.-18. Jahrhundert"
Veranstalter: SFB 640, Teilprojekt A3
Termin: 28. - 29. März 2008
Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Mohrenstr. 40/41, Raum 211
Unter dem Titel
„Religiöse und säkulare Repräsentationen in Machtsystemen der Frühen Neuzeit“,
will das beantragte Folgeprojekt des Teilprojektes A3 im SFB 640 den Zusammenhang von
politischen Entwicklungen und dem Stellenwert von Religion bei der
Repräsentation von Macht und Machtsystemen analysieren. Das Problem der
Säkularisierung und ihrer Repräsentationen soll also primär im politischen
Sektor untersucht werden. Das Folgeprojekt legt dabei zwei Schwerpunkte: Der
erste befasst sich mit dem Problem religiöser und säkularer Repräsentationen
auf den Diplomatenkongressen zwischen dem Westfälischen Frieden 1648 und dem
Frieden von Aachen 1748 – also mit der Frage, wie das traditionell religiös
besetzte Thema des Friedens in einem Zeitalter der Autonomisierung von Politik
verhandelt und zeremoniell umgesetzt wurde. Der zweite knüpft an Untersuchungen
zum französischen Sakralkönigtum in der Frühen Neuzeit an und wird dieses Thema
erweiternd und vergleichend an protestantischen Fällen (etwa Dänemark oder
Schweden) erforschen.
Zur Vorbereitung
auf die zweite Projektphase und zur Diskussion der hier möglichen
Zugriffsweisen soll der Workshop „Macht, Repräsentation und Säkularisierung
16.-18. Jahrhundert“ am 28. und 29. März 2008 dienen. Hier soll das Problem des
Verhältnisses von Macht und Religion an ausgewählten Beispielen der
Frühneuzeitforschung diskutiert werden, die sich vorzugsweise dem Problem der
„Repräsentation“ von Macht – dem Reden über Macht, ihrer Sichtbarmachung und
Darstellung – widmen.
Vorläufiges Programm
Freitag, den 28. März
14.30-15.15 Begrüßung und Einführung
Panel I: Zwischen konstitutionellem Akt und sakraler Stilisierung: das Krönungszeremoniell 15.15-16.00 Heinz Duchhardt (Mainz): Der Tag der Krönung. Religiöse Prädispositionen eines
Herrschaftsaktes
16.00 Kaffeepause
16.15-17.00 Michael Schaich (London): Religion und Repräsentation im englischen
Krönungszeremoniell 1685-1760
17.00-17.45 Ruth Schilling (Berlin): Die Bedeutung des Krönungszeremoniells für die Legitimation der
französischen und dänischen Monarchie im 17. Jahrhundert
17.45 Pause
Panel II: Religion, Macht und textuelle Repräsentation 18.00-18.45 Thomas Rahn (Berlin): Repräsentationen von Religion und Macht in frühneuzeitlichen
Festbeschreibungen
18.45-19.30 Stefan Ehrenpreis (Berlin): Macht und Religion in Reiseberichten protestantischer
Theologen
Ab 20.00 Gemeinsames Abendessen
Samstag, den 29. März
Panel III: Frühneuzeitliche Politik zwischen Sakralität und Säkularisierung 9.00-9.45 Andreas Pecar (Rostock/Konstanz): Monarchie und Theokratie in England. Symbiose und
Konkurrenz zweier Herrschaftsmodelle von der Reformation bis zum Bürgerkrieg
9.45-10.30 Martin Wrede (Gießen/München): Zwischen Sakralisierung und Säkularisierung. Die
Feinde des Reiches im 17. und 18. Jahrhundert
10.30 Pause
Panel IV: Liturgische Handlungen und politische Akte 10.45-11.30 Matthias Pohlig (Berlin): Der Kongreß betet. Religiöse Repräsentationen auf
diplomatischen Friedenskongreßen 1648-1748
11.30-12.15 Vera Isaiasz (Berlin): "... und von der Obrigkeit ampt geprediget". Funktion und Stellung
des Gottesdienstbesuches während der Landeshuldigungen der Kurfürsten von
Brandenburg, 16.-17. Jahrhundert
12.15 Pause
12.30-13.15 Ute Lotz-Heumann (Berlin): Abschlußkommentar und Abschlußdiskussion
Angebot eines gemeinsamen Mittagessens
Kommentatoren: Alexander Schunka (Stuttgart/Wolfenbüttel) und Jacob Schilling (Berlin)