Sonderforschungsbereich 640
Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel
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Matthias Braun

Sonderforschungsbereich 640 (SFB 640) – TP A4
Sitz: Mohrenstr. 40/41 Raum 324
Tel.: +49 30 / 2093-4760
Fax: +49 30 / 2093-4893
 
Email: matthias.braun@staff.hu-berlin.de

Curriculum Vitae

  • 1997-2001: Public relations assistant, Fraunhofer Institute IOF (Jena)
  • 1998-2004: Student of journalism and history, University of Leipzig
  • 2001/2: Student of journalism and history, Moscow State Institute of International Relations (MGIMO)
  • 2004: Master thesis on „Soviet and traditional festival culture during pre-war Stalinism. Evidence from the region of Ryazan, 1927-1941", University of Leipzig
  • 2002/3: Student apprentice, „Die Tageszeitung“ (Berlin)
  • 2004: Research assistant, department of Easteuropean History at the Humboldt University (Berlin)

Publications

  • Matthias Braun, „Die junge DDR war pleite“. Interview mit Lutz Niethammer, in: Die Tageszeitung (Berlin) vom 14.06.2003, S. 4.
  • Matthias Braun, Der ignorante Blick der Genossen, in: Die Tageszeitung (Berlin) vom 17.6.2003, S. 14.
  • Matthias Braun, Vremja Golovokruženija – Zeit des Schwindels. Der alkoholische Rausch als Geste kulturellen Beharrens in der Sowjetunion der 1920er- und 1930er-Jahre, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 51 (2003) 10, S. 896-911.
  • Matthias Braun, Rezension zu Ingo Grabowski, Agitprop in der Sowjetunion, Bochum u.a. 2004, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 53 (2005) 12, S. 1146-1147.
  • Matthias Braun, „Sozial gesehen sind die Bauern wie Kinder“. Zwischen Didaktik, Repräsentation und Traditionalisierung – Der Erste Mai im zentralrussischen Dorf, 1929-1941, in: Journal of Modern European History 4 (2006) 1, S. 75-89.
  • Matthias Braun, Rezension zu Mary Schaeffer Conroy, The Soviet Pharmaceutical Business During the First Two Decades (1917-1937), New York 2006, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 55 (2007) 2, S. 300-301.
  • Matthias Braun, Jena, in: Wolfgang Benz/Barabara Diestel (Hg.), Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 3: Sachsenhausen und Buchenwald, München 2006.
  • Matthias Braun, Rezension zu: Bernstein, Frances Lee: The Dictatorship of Sex. Lifestyle Advice for the Soviet Masses. DeKalb 2007. In: H-Soz-u-Kult, 19.09.2007 [link]
  • Matthias Braun : Die Vermessung der Diktatur , in: Zeitenblicke 6 (2007) 2, 24.12.2007 [link]

Main Focus in the Subproject

Das Projekt "Von Menschen, Mücken, Ratten: Gesundheit und Moderne an der sowjetischen Peripherie, 1929-1953" untersucht stalinistische Herrschaft im sowjetischen Vielvölkerreich. Es beschreibt den Versuch, mit Mitteln der Biopolitik eine europäisch informierte Moderne in einem außereuropäischen Kontext zu erschaffen. Untersucht wird die Bekämpfung endemischer und epidemischer Krankheiten in den Jahren 1929 bis 1953 in der Sowjetrepublik Aserbaidschan.

Das Projekt geht davon aus, dass der Kampf des Staates gegen Malaria und Pest zwei Ziele hatte. Erstens sollte die Natur dem Menschen unterworfen werden. Zweitens sollte bei den Menschen ein nachhaltiger Bewusstseinswandel herbeigeführt werden. Die Praktiken, die dabei staatlicherseits angewendet wurden, lassen sich als Zeremonielle Pädagogik interpretieren.

Das Projekt beschreibt zunächst die intellektuellen Grundlagen der bolschewistischen Gesundheitspolitik an der muslimischen Peripherie. Diese wurden schon im Zarenreich gelegt und waren westlich informiert. Sodann wird der Aufbau der Institutionen des Gesundheitswesens nachvollzogen. An der muslimischen Peripherie war ab den 1930er-Jahren ein gewaltiger Institutionalisierungsschub zu beobachten. Schließlich werden kulturelle Praktiken vorgestellt, die der sowjetische Staat entwickelte um die endemische Malaria zurückzudrängen und immer wieder auflodernde Pestepidemien zu kontrollieren.

Dabei treten die Konturen einer biopolitischen Moderne zutage, die spezifisch sowjetisch war: In der Vorstellung der Bolschewiki waren Natur und Mensch fast unbegrenzt formbar, Widerständen wurde mit Gewalt begegnet.

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