Sonderforschungsbereich 640
Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel
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Prof. Dr. Bettina Dennerlein

Universität Hamburg
Asien-Afrika-Institut
Abt. Geschichte und Kultur des Vorderen Orients
Edmund-Siemers-Allee 1
20146 Hamburg

Tel.  040-42838-3180
Fax. 040-42838-5674
Email: bettina.dennerlein@uni-hamburg.de

 

Lebenslauf

Universitätsausbildung

  • Promotion im Fach Islamwissenschaft (Freie Universität Berlin), 1997
  • Magister Artium im Fach Islamwissenschaft (Freie Universität Berlin), 1991
  • Studium der Islamwissenschaft, Volkwirtschaftslehre und Publizistik, (Freie Universität
    Berlin, Cairo University), 1984-1991
  • „Studium Generale“ (Leibniz Kolleg Tübingen) 1983/1984

Wissenschaftliche Praxis und Lehrerfahrung

  • seit 4/2007 Professorin am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg
  • wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB-Teilprojekt A7: "Vergeben und vergessen? Eine vergleichende Studie zur Erinnerungsarbeit ehemaliger politischer Häftlinge in Marokko und im Irak"
  • 4/2000-3/2007 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Moderner Orient, Berlin
  • seit 10/1998 Lehrbeauftragte am Institut für Islamwissenschaft der Freien Universität Berlin (WS 1998/1999, WS 2000/2001, SoSe 2002, SoSe 2004)
  • 4/1999-1/2000 Maison des Sciences de l’Homme, Paris (DAAD-Stipendiatin)
  • 10/1997-6/1998 Van Leer Jerusalem Institute, Fellow
  • 10/1996-7/1997 Wissenschaftskolleg zu Berlin, Junior-Fellow
  • 11/1991-10/1996 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Islamwissenschaft der Freien Universität Berlin

Forschungsinteressen

Sozial- und Kulturgeschichte Nordafrikas (18.-20. Jahrhundert); Reformbewegungen; islamisches Recht (bes. Familienrecht); Gender-Studien; Frauenbewegungen in der arabischen Welt; Migration

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Entre idéologie et positivisme. Le Maroc vu par Gerhard Rohlfs (1831-1890), in: D. Nordman u. M. Werner (Hrsg.) Les relations scientifiques franco-allemandes à l’épreuve du terrain nord-africain et moyen-oriental (XIXe-XXe siècle) (in Vorbereitung)
  • South-south linkages and Social Change. Moroccan Perspectives on Army Reform in the Muslim Mediterranean (Nineteenth Century), in: Comparative Studies of South Asia, Africa and the Middle East 27.1 (erscheint 2007)
  • Entre restauration et (ré-) ordonnance. L’appropriation savante de la réforme dans le Maroc du 19e siècle, in : O. Moreau (Hrsg.) La réforme de l’Etat vue du Maghreb (19e-20e siècles), Paris : Maisonneuve et Larose (2006?) (in Vorbereitung)  
  • Asserting Religious Authority in late 19th/early 20th Century Morocco. Muhammad b. Ja’far al-Kattânî (d. 1927) and his Kitâb salwat al-anfâs, in: G. Krämer u. S. Schmidtke (Hrsg.) Speaking for Islam. Religious Authorities in Muslim Societies, Leiden 2006, 128-152
  • Zwischen Politik und Selbstreflexion. Die marokkanische Versöhnungskommission Instance Equité et Réconciliation (IER), in: INAMO, 11, 44 (2005)
  • (mit Lutz Rogler) „Mahkama“, section 4 xii: Tunesia, in: The Encyclopedia of Islam, New Edition, Supplement (2004)
  • Savoir religieux et débat politique au Maroc. Une consultation des ‘gens de Fès’ en 1886,
    in : Hespéris-Tamuda, XXXIX, Fasc. 2 (2001), 119-132 (erschienen 2002)
  • Legitimate Bounds and Bound Legitimacy. The Act of Allegiance to the Ruler (bai’a) in
    19th-century Morocco, in: Die Welt des Islams, 43, 3 (2001), 287-310
  • “Legalizing” the Family. Disputes about Marriage, Paternity and Divorce in Algerian
    Courts (1963-1990), in: Continuity and Change, 16, 1 (2001), 243-261
  • Le social dans le droit. Le statut personnel dans la jurisprudence de la Haute Cour
    Constitutionnelle égyptienne, in: Egypte – Monde Arabe, 2, 2 (1999), 93-106
  • Changing Conceptions of Marriage in Algerian Personal Status Law, in: R.S. Khare (Hrsg.)
    Perspectives on Islamic Law, Justice and Society, Lanham: Rowman and Littlefield, 1999,
    123-141
  • Islamisches Recht und sozialer Wandel in Algerien. Zur Entwicklung des
    Personalstatuts seit 1962, Berlin: Klaus Schwarz Verlag, 1998
  • La difficile autonomie des luttes de femmes, in: Maghreb-Machrek, 154, 1996, S. 16-24
    (Numéro spécial : L’Algérie, la fin de l’unanimisme. Débats et combats des années 80 et 90;
    herausgegeben von Prof. Dr. Fanny Colonna)
  • Klassen und Kulturen. ArbeitsmigrantInnen in der westdeutschen Gesellschaft, in: Das Argument, 181, 1990, S. 403-411

Schwerpunkt im Teilprojekt

Vergeben und vergessen? Eine vergleichende Studie zur Erinnerungsarbeit ehemaliger politischer Häftlinge in Marokko und im Irak

Marokko ist das erste und bisher einzige arabische Land, in dem 2004 eine Gerechtigkeits- und Versöhnungskommission zur Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen eingesetzt worden ist. Zu den wichtigsten Aufgaben dieser Kommission zählten die Aufklärung schwerer Menschenrechtsverletzungen in den Jahren 1956 bis 1999 sowie die Entscheidung über Entschädigungs- und Reparationsleistungen für Opfer. Der Abschlußbericht der Kommission, die ihre Arbeit Ende November 2005 eingestellt hat, ist mittlerweile veröffentlicht. Mit dem Ende des Regimes von Saddam Hussein wird auch im Irak das Ausmaß des nach innen gerichteten staatlichen Terrors thematisiert. Forderungen nach Dokumentierung und Aufarbeitung dieser Gewalttaten werden sowohl von lokalen Gruppen als auch von irakischen Exilorganisationen erhoben.


Ausgehend von der Inthronisation des neuen marokkanischen Königs Mohammed VI. (1999) und dem durch militärische Intervention von außen erzwungenen Fall des Regimes von Saddam Hussein im Irak (2003) wird das Teilprojekt zunächst Selbstzeugnisse ehemaliger politischer Häftlinge sowie andere dokumentarische und fiktionale Formen der Aufarbeitung der jüngeren und jüngsten Geschichte in den beiden genannten nationalen Kontexten erfassen und vergleichend analysieren. Dabei soll nachvollzogen werden, wie sich durch die öffentliche Auseinandersetzung mit konfligierenden Rekonstruktionen der Vergangenheit neue politisch wirksame Deutungen der post-kolonialen Geschichte Marokkos und des Iraks herausbilden. In einem zweiten Schritt sollen selektiv auch Erfahrungen mit Versöhnungsprozessen in Algerien und im Libanon herangezogen werden.


Um die Mehrdimensionalität des Wandels von Repräsentationen der Vergangenheit in politischen Übergangssituationen in den Blick nehmen zu können, kombiniert das Projekt verschiedene Forschungsansätze aus den Bereichen kollektives Gedächtnis, Geschichtskultur und Erinnerungs- bzw. Geschichtspolitik.

 


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