Lebenslauf
Universitätsausbildung
- Promotion im Fach Islamwissenschaft (Freie Universität Berlin), 1997
- Magister Artium im Fach Islamwissenschaft (Freie Universität Berlin), 1991
- Studium der Islamwissenschaft, Volkwirtschaftslehre und Publizistik, (Freie Universität
Berlin, Cairo University), 1984-1991
- „Studium Generale“ (Leibniz Kolleg Tübingen) 1983/1984
Wissenschaftliche Praxis und Lehrerfahrung
- seit 4/2007 Professorin am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg
- wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB-Teilprojekt
A7: "Vergeben und vergessen? Eine vergleichende Studie zur
Erinnerungsarbeit ehemaliger politischer Häftlinge in Marokko und im
Irak"
- 4/2000-3/2007 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Moderner Orient, Berlin
- seit 10/1998 Lehrbeauftragte am Institut für Islamwissenschaft
der Freien Universität Berlin (WS 1998/1999, WS 2000/2001, SoSe 2002,
SoSe 2004)
- 4/1999-1/2000 Maison des Sciences de l’Homme, Paris (DAAD-Stipendiatin)
- 10/1997-6/1998 Van Leer Jerusalem Institute, Fellow
- 10/1996-7/1997 Wissenschaftskolleg zu Berlin, Junior-Fellow
- 11/1991-10/1996 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Islamwissenschaft der Freien Universität Berlin
Forschungsinteressen
Sozial- und Kulturgeschichte Nordafrikas (18.-20. Jahrhundert);
Reformbewegungen; islamisches Recht (bes. Familienrecht);
Gender-Studien; Frauenbewegungen in der arabischen Welt; Migration
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Entre idéologie et positivisme. Le Maroc vu par Gerhard Rohlfs
(1831-1890), in: D. Nordman u. M. Werner (Hrsg.) Les relations
scientifiques franco-allemandes à l’épreuve du terrain nord-africain et
moyen-oriental (XIXe-XXe siècle) (in Vorbereitung)
- South-south linkages and Social Change. Moroccan
Perspectives on Army Reform in the Muslim Mediterranean (Nineteenth
Century), in: Comparative Studies of South Asia, Africa and the Middle
East 27.1 (erscheint 2007)
- Entre restauration et (ré-) ordonnance. L’appropriation
savante de la réforme dans le Maroc du 19e siècle, in : O. Moreau
(Hrsg.) La réforme de l’Etat vue du Maghreb (19e-20e siècles), Paris :
Maisonneuve et Larose (2006?) (in Vorbereitung)
- Asserting Religious Authority in late 19th/early 20th
Century Morocco. Muhammad b. Ja’far al-Kattânî (d. 1927) and his Kitâb
salwat al-anfâs, in: G. Krämer u. S. Schmidtke (Hrsg.) Speaking for
Islam. Religious Authorities in Muslim Societies, Leiden 2006, 128-152
- Zwischen Politik und Selbstreflexion. Die marokkanische
Versöhnungskommission Instance Equité et Réconciliation (IER), in:
INAMO, 11, 44 (2005)
- (mit Lutz Rogler) „Mahkama“, section 4 xii: Tunesia, in: The Encyclopedia of Islam, New Edition, Supplement (2004)
- Savoir religieux et débat politique au Maroc. Une consultation des ‘gens de Fès’ en 1886,
in : Hespéris-Tamuda, XXXIX, Fasc. 2 (2001), 119-132 (erschienen 2002)
- Legitimate Bounds and Bound Legitimacy. The Act of Allegiance to the Ruler (bai’a) in
19th-century Morocco, in: Die Welt des Islams, 43, 3 (2001), 287-310
- “Legalizing” the Family. Disputes about Marriage, Paternity and Divorce in Algerian
Courts (1963-1990), in: Continuity and Change, 16, 1 (2001), 243-261
- Le social dans le droit. Le statut personnel dans la jurisprudence de la Haute Cour
Constitutionnelle égyptienne, in: Egypte – Monde Arabe, 2, 2 (1999), 93-106
- Changing Conceptions of Marriage in Algerian Personal Status Law, in: R.S. Khare (Hrsg.)
Perspectives on Islamic Law, Justice and Society, Lanham: Rowman and Littlefield, 1999, 123-141
- Islamisches Recht und sozialer Wandel in Algerien. Zur Entwicklung des
Personalstatuts seit 1962, Berlin: Klaus Schwarz Verlag, 1998
- La difficile autonomie des luttes de femmes, in: Maghreb-Machrek, 154, 1996, S. 16-24
(Numéro spécial : L’Algérie, la fin de l’unanimisme. Débats et combats des années 80 et 90; herausgegeben von Prof. Dr. Fanny Colonna)
- Klassen und Kulturen. ArbeitsmigrantInnen in der westdeutschen Gesellschaft, in: Das Argument, 181, 1990, S. 403-411
Schwerpunkt im Teilprojekt
Vergeben und vergessen? Eine vergleichende Studie zur Erinnerungsarbeit ehemaliger politischer Häftlinge in Marokko und im Irak
Marokko ist das erste und bisher einzige arabische Land, in dem 2004
eine Gerechtigkeits- und Versöhnungskommission zur Aufarbeitung von
Menschenrechtsverletzungen eingesetzt worden ist. Zu den wichtigsten
Aufgaben dieser Kommission zählten die Aufklärung schwerer
Menschenrechtsverletzungen in den Jahren 1956 bis 1999 sowie die
Entscheidung über Entschädigungs- und Reparationsleistungen für Opfer.
Der Abschlußbericht der Kommission, die ihre Arbeit Ende November 2005
eingestellt hat, ist mittlerweile veröffentlicht. Mit dem Ende des
Regimes von Saddam Hussein wird auch im Irak das Ausmaß des nach innen
gerichteten staatlichen Terrors thematisiert. Forderungen nach
Dokumentierung und Aufarbeitung dieser Gewalttaten werden sowohl von
lokalen Gruppen als auch von irakischen Exilorganisationen erhoben.
Ausgehend von der Inthronisation des neuen marokkanischen Königs
Mohammed VI. (1999) und dem durch militärische Intervention von außen
erzwungenen Fall des Regimes von Saddam Hussein im Irak (2003) wird das
Teilprojekt zunächst Selbstzeugnisse ehemaliger politischer Häftlinge
sowie andere dokumentarische und fiktionale Formen der Aufarbeitung der
jüngeren und jüngsten Geschichte in den beiden genannten nationalen
Kontexten erfassen und vergleichend analysieren. Dabei soll
nachvollzogen werden, wie sich durch die öffentliche Auseinandersetzung
mit konfligierenden Rekonstruktionen der Vergangenheit neue politisch
wirksame Deutungen der post-kolonialen Geschichte Marokkos und des
Iraks herausbilden. In einem zweiten Schritt sollen selektiv auch
Erfahrungen mit Versöhnungsprozessen in Algerien und im Libanon
herangezogen werden.
Um die Mehrdimensionalität des Wandels von Repräsentationen der
Vergangenheit in politischen Übergangssituationen in den Blick nehmen
zu können, kombiniert das Projekt verschiedene Forschungsansätze aus
den Bereichen kollektives Gedächtnis, Geschichtskultur und Erinnerungs-
bzw. Geschichtspolitik.
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